Ein Blitz, ein Feuer, ein Jahrzehnt Arbeit: Damian Lazarus verliert sein Toskana-Studio Monastic. Glück im Unglück: Das Gebäude steht noch – sein neuer Track hat überlebt.
Damian Lazarus, Crosstown-Rebels-Gründer und einer der verlässlichsten Namen im internationalen House-Zirkus, hat sein Studio in der Toskana verloren. Auf Instagram teilte der Brite die Nachricht selbst mit, mit jener Mischung aus Fassung und Fatalismus, die man von ihm kennt.
Ein Blitz habe direkt in das Gebäude eingeschlagen und eine Kettenreaktion ausgelöst, an deren Ende der gesamte Raum in Flammen stand, schreibt Lazarus. Immerhin: Das Gebäude selbst blieb erhalten. Grund dafür war ausgerechnet die feuerfeste Schallisolierung, die Lazarus einst installieren ließ, um Klang im Raum zu halten. Se hielt am Ende auch das Feuer davon ab, sich weiter auszubreiten. Ohne Sauerstoffzufuhr erlosch der Brand von selbst. Die Gebäudestruktur blieb stehen.
Verloren ist trotzdem einiges, wie auf den Fotos zu sehen ist. In Lazarus’ Monastic Studios entstand unter anderem sein letztes Album "Magickal". Ausgerechnet an einem neuen Track hatte er kurz zuvor noch gearbeitet. Der sei, so betont er, gesichert und werde wie geplant noch dieses Jahr erscheinen.
Lazarus beschreibt den Brand als "Verarbeitung eines Nachbebens", das einen "bedeutenden Teil seines Lebens und seiner Geschichte" zerstört habe. Er sei am Boden zerstört, wisse aber auch, dass alles vergänglich sei. Dazu zitiert er einen buddhistischen Spruch, sinngemäß: Die Scheune ist niedergebrannt, jetzt kann ich den Mond sehen. Unter dem Post sammeln sich Hunderte Beileidsbekundungen aus der Szene, von Kolleg:innen bis Fans, viele davon mit demselben Tenor: Aus der Asche werde etwas Neues, Größeres entstehen.
Lazarus selbst hat in seiner über zwei Jahrzehnte langen Karriere genug Wendepunkte erlebt, um genau diese Haltung glaubhaft zu vertreten. 2003 gründete er Crosstown Rebels, das Label, über das Namen wie Jamie Jones oder Maceo Plex ihre ersten großen Bühnen bekamen. Mit "Day Zero" schuf er ab 2012 in Tulum ein Festivalformat, das inzwischen auch in Mexiko-Stadt und an archäologischen Stätten wie Masada stattfindet. Das Studio in der Toskana war dabei so etwas wie sein privater Rückzugsort.
Übrigens: Bereits im Mai 2026 mussten in der Toskana rund 3.500 Menschen wegen eines Großbrands ihre Häuser verlassen. Seither hat sich die Lage europaweit verschärft. In der EU sind in diesem Sommer bereits über 463.000 Hektar verbrannt, das entspricht etwa zwei Mal der Fläche des Saarlands. Klimaforscher:innen verweisen darauf, dass die diesjährige Dürre in Westeuropa rund zwei Monate früher einsetzte als 2022. Auch der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltend hoher Waldbrandgefahr bis in den September hinein.
Foto: Damian Lazarus Presse Foto by Karim Tabar