Der Streaminganbieter Deezer ist Anfang des Jahres als erstes vorangegangen und will gegen KI-generierte Musik vorgehen und diese transparent machen. Im Januar wurde die Plattform bereits täglich mit neuen KI-Songs geflutet, jetzt hat sich die Zahl verdreifacht.
Lobenswert, ein guter Schritt, Transparenz, etc. Das sind Begriffe und Sätze die selten im Zusammenhang mit den großen Streamingplattformen fallen, die eigentlich regelmäßig in der Kritik stehen. Im Fall von Deezer gab es aber viele lobende Worte, als man im Januar ein Tool zur Erkennung von KI-Musik vorstellte. Die Plattform will gegen die tägliche Flut an Bots vorgehen, veröffentlichte erstmals Zahlen aus ihrer Analyse und versieht seit Anfang des Jahres entsprechende Songs mit einem Label.
10.000 der täglich neu eingereichten Songs waren vor acht Monaten KI-geniert, was ganzen 10% des Uploads entsprach. Ein paar Monate später berichtet Deezer von einer noch größeren Sturmflut, denn diese Zahl ist jetzt auf 30.000 angewachsen. Dazu kommt eine weitere beunruhigende Zahl, denn 70% aller Klicks auf KI-generierte Songs kommt laut Deezers Analyse von Bots. Die Marschroute ist also klar – Musik und Klicks werden automatisch generiert um so Gelder aus dem Streamingpool abzugreifen. Diesen Schaden, den vor allem die Musiker:innen tragen, will Deezer abwenden, so CEO Daniel Lantenier.
In Zukunft will man das eigene Analyse-Tool noch weiter verbessern sowie sämtliche KI-Musik von den automatischen Vorschlägen und den eigenen kuratierten Playlisten ausschließen. Angesichts der neuen Zahlen ein notwendiger und dringender Schritt, der allerdings bei anderen Streaming-Plattformen noch nicht angekommen ist. Spotify stand dieses Jahr wegen KI-generierter Musik schon mehrfach negativ in der Presse. Zum einen wurden Songs von längst verstorbenen Musikern veröffentlicht und mit The Velvet Sundown gab es die erste KI-Band, die mehrere Millionen Streams verzeichnete. Trotz aller Kritik, will man beim schwedischen Branchenprimus aber nicht gegen generierte Musik vorgehen. Das ist gleich in doppelter Hinsicht fatal für Musiker:innen, die mit der Masse an AI-Slop auf den Plattformen konkurrieren, der wiederum größtenteils aus illegal genutzten Trainingsdaten überhaupt erst generiert wird.
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