Plattenspieler werden schon sehr lange von DJs genutzt und sind auch in Zeiten digitaler Mediaplayer und Controller nicht wegzudenken. Viele DJs schwören auf den warmen, analogen Sound von Vinyl und ziehen ehrliche Handarbeit mit direktem Kontakt zum Tonträger, dem Drücken von Buttons oder dem Scrollen auf dem Bildschirm vor. In dieser Übersicht haben wir fünf unterschiedliche Modelle für Einsteiger bis hin zu Profis herausgesucht.
Quick Facts
- Der Technics SL-1210 ist der bekannteste DJ-Plattenspieler
- Geräte mit einem Direktantrieb sind am besten geeignet
- Einige Plattenspieler bieten Sonderausstattungen wie USB oder Effekte
DJ-Plattenspieler: Welche Features sind wichtig für DJs?
Beim Kauf eines DJ-Plattenspielers ist es empfehlenswert, sich mit einigen technischen Details vertraut zu machen und diese bei der Auswahl des passenden Geräts zu berücksichtigen. Wenn möglich, sollte man zu einem Modell greifen, das mit einem Direktantrieb ausgestattet ist und über ein hohes Drehmoment verfügt, damit das Beatmatching gelingt. Ein S-förmiger Tonarm mit Höheneinstelloptionen, anpassbarem Gewicht und einem SME-Anschluss ist zusätzlich von Vorteil, da man so den Plattenspieler optimal anpassen und sehr einfach einen Tonabnehmer montieren kann. Funktionen wie Reverse, Quarz-Lock oder große Pitchbereiche, die über +/- 8 Prozent hinausgehen, sind durchaus praktisch, aber nicht für jeden DJ relevant.
Technics SL-1210 MK7 – der Referenzstandard
Der Technics SL-1200/-1210 ist eine Legende unter den DJ-Plattenspielern und quasi der Industriestandard. Das Gerät wird bis heute nahezu unverändert gebaut und hat bereits viele Generationen von DJs begleitet. Das aktuell angebotene Modell trägt die Bezeichnung SL-1210 MK7.
Im SL-1210MK7 kommt ein eisenkernloser Direktantriebsmotor zum Einsatz, der für einen besonders gleichmäßigen Lauf sorgt. Das Anlaufmoment beträgt solide 1,8 kg/cm, sodass die gewünschte Drehzahl nach rund 0,7 Sekunden erreicht wird. Der statisch ausbalancierte, S-förmige Tonarm ermöglicht eine präzise Abtastung. Der Pitchbereich lässt sich zwischen ±8 und ±16 Prozent umschalten. Außerdem stehen Reverse Playback, ein digitaler Pitch-Reset ohne mechanische Mittenrastung sowie ein in vier Stufen einstellbares Startdrehmoment zur Verfügung.
Der MK7 wiegt 9,6 Kilogramm und hat ein Gehäuse aus Aluminium-Druckguss und glasfaserverstärktem Kunststoff. Der SL-1210MK7 richtet sich an professionelle DJs und kann in Clubs und auf Festivals eingesetzt werden. Anlässlich des 55-jährigen Jubiläums der SL-1200-Serie kündigte Technics eine limitierte Edition an, die auf dem MK7 basiert (wir berichteten).
Reloop RP-5000 MK4 – der Kraftvolle
Auch der Münsteraner DJ-Ausstatter Reloop bietet eine umfassende Auswahl an Geräten. Mit dem Reloop RP-5000 MK4 gibt es ein Gerät, das zwischen Einsteiger- und High-End-Plattenspielern rangiert. Der Plattenspieler verfügt über einen bürstenlosen DC-Direktantrieb mit einem beachtlichen Drehmoment von 2,5 kg/cm. Damit übertrifft er sogar das Vorbild Technics SL-1210 MK7.
Der quarzgesteuerte Antrieb sorgt für ein präzises und gleichmäßiges Laufverhalten. Der S-förmige Tonarm ist mit einem hydraulischen Lift, Anti-Skating und einem universellen SME-Anschluss ausgestattet. Neben 33 ⅓ und 45 U/min unterstützt der RP-5000 MK4 auch 78 U/min. Die Pitchbereich liegen bei ±8 %, ±16 % oder ±50 %, zudem ist Reverse Play möglich. Das rückseitig ausgeführte und versenkte Anschlussterminal schützt die Audio- und Stromkabel und erlaubt eine aufgeräumte Verkabelung. Zudem sollen vibrationsdämpfenden Füße für einen stabilen Stand sorgen.
Der Reloop RP-5000 MK4 ist für ambitionierte Einsteiger konzipiert, die ein robustes Arbeitsgerät zum Üben und für private Partys suchen.
Reloop RP-2000 MK4 – der Einsteiger
Reloop möchte auch Einsteigern den Start erleichtern und bietet daher das solide, aber etwas preisgünstigere Modell RP-2000 MK4 an. Das an professionelle Geräte angelehnte Modell verfügt über einen quarzgesteuerten Direktantrieb mit einem Startdrehmoment von mehr als 1,0 kg/cm. Der Plattenteller erreicht die gewünschte Geschwindigkeit in weniger als einer Sekunde.
Der RP-2000 MK4 ist mit einem S-förmigen Tonarm mit einstellbarer Auflagekraft und Anti-Skating sowie einem universellen SME-Anschluss ausgestattet. Im Lieferumfang ist ein vormontiertes Ortofon-OM-Black-Tonabnehmersystem enthalten, das für den Einstieg sehr praktisch ist. Ein späteres Upgrade ist aber ebenfalls möglich. Der Pitchbereich beträgt ±8 Prozent und verfügt über eine Nullpunkt-Rastung. Unterstützt werden die Geschwindigkeiten 33 ⅓ und 45 U/min. Ein verstärktes Gehäuse mit schockabsorbierenden Füßen verhindert, dass die Plattennadeln springen. Eine ausfahrbare LED-Nadelbeleuchtung ist ebenfalls vorhanden.
Wie bei den meisten DJ-Plattenspielern üblich, ist auch beim RP-2000 MK4 kein integrierter Phono-Vorverstärker vorhanden. Für den Betrieb wird daher ein Mixer oder Verstärker mit Phono-Eingang benötigt. Der RP-2000 MK4 ist vor allem für Einsteiger interessant, die unkompliziert mit dem Vinyl-Mixing beginnen und das Beatmatching lernen möchten.
Dual DTJ 301-1 USB – der Digitalisierer
Der Dual DTJ 301-1 USB (hier im Test) ist ein einfach gehaltener DJ-Plattenspieler mit besonderer Zusatzausstattung. Optisch orientiert sich der Hersteller am klassischen Technics-Design und hat auch zahlreiche Funktionen übernommen.
Der Dual-Player ist mit einem Direktantrieb ausgestattet, der den Teller innerhalb einer Sekunde auf die gewünschte Geschwindigkeit beschleunigt. Der S-förmige Tonarm aus Edelstahl verfügt über eine einstellbare Auflagekraft sowie ein Anti-Skating-System. Im Lieferumfang ist ein Tonabnehmersystem des Typs Audio-Technica AT3600 enthalten. Dank Bajonettverschluss lässt sich aber auch ein alternatives System problemlos montieren. Der Pitchbereich beträgt ±10 Prozent, zudem gibt es eine Nadelbeleuchtung und einen Single-Puck. Der Plattenteller aus Aluminium-Druckguss hat Stroboskop-Markierungen, das Gerät wiegt 5,4 Kilogramm.
Der Dual DTJ 301-1 USB verfügt über einen integrierten USB-Anschluss, sodass Schallplatten direkt am Computer digitalisiert werden können. Ein optional aktivierbarer Phono-Vorverstärker ermöglicht zudem die Verbindung mit einem Line-Eingang.
Der Dual DTJ 301-1 USB ist somit besonders interessant für DJs und Vinyl-Liebhaber, die ihre Sammlung auf einfache Weise digitalisieren möchten.
Korg handytraxx play – der Portable
Der Korg Handytraxx Play greift die Idee des legendären Vestax Handy Trax auf, ist aber keine reine Kopie des Originals. Der ebenfalls als Koffergerät ausgeführte Plattenspieler verfügt über zahlreiche digitale Zusatzfunktionen und fällt aufgrund seines besonderen Konzepts in dieser Übersicht etwas aus der Reihe.
Der Plattenteller des Handytraxx Play wird per Riemenantrieb bewegt. Eine digitale Rotationskorrektur soll hier allerdings für ein stabiles Laufverhalten sorgen. Korg hat dem Gerät zahlreiche kreative Zusatzfunktionen spendiert, die bei einem Plattenspieler sonst nicht üblich sind. So verfügt dieser beispielsweise über einen Crossfader mit Reverse-Schaltung zum Scratchen, ein Delay mit Echtzeitsteuerung und einen Looper mit einer Aufnahmekapazität von 20 Sekunden.
Der Plattenspieler bietet die drei Wiedergabegeschwindigkeiten 33 ⅓, 45 und 78 U/min und ist mit einem Pitch-Drehregler ausgestattet. Ein integrierter Lautsprecher liefert 2,5 Watt RMS, zudem ist ein Kopfhörerausgang vorhanden. Der Handytraxx Play kann über USB-C oder sechs AA-Batterien mit Spannung versorgt werden. Laut Korg ist eine Spielzeit von bis zu elf Stunden mit Batterien möglich. Der speziell konstruierte Tonarm reduziert das Springen der Nadel. Der Player ist zudem mit einem Phono-Vorverstärker sowie mit Line- und AUX-Eingängen ausgestattet.
Der Handytraxx Play richtet sich an mobile Scratch-DJs und Performer, die für ihre Gigs ein besonderes Gerät suchen.
DJ-Plattenspieler: Alternativen
Neben den von uns ausgewählten DJ-Mixer gibt es natürlich auch noch weitere, die infrage kommen und einen Platz unserer Liste verdient hätten:
DJ-Plattenspieler: Fazit
Die fünf vorgestellten Modelle zeigen die Vielfalt moderner DJ-Plattenspieler. Der Technics SL-1210 MK7 steht für den bewährten Clubstandard, während der Reloop RP-5000 MK4 mit einem drehmomentstarken Motor und umfangreichen Performance-Funktionen ein gutes Angebot für ambitionierte Einsteiger darstellt. Der RP-2000 MK4 richtet sich an preisbewusste Einsteiger und der Dual DTJ 301-1 USB ist vor allem für Digitalisierungen geeignet. Der Korg Handytraxx Play fällt aufgrund seines besonderen Konzepts etwas aus dem Rahmen, bietet aber auch zahlreiche Besonderheiten für spezielle Anwendungsfälle.
Foto von Jan Kopřiva auf Unsplash
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