Zur Grundausstattung eines jeden DJs, ganz gleich, ob er mit Mediaplayern, Controllern oder Plattenspielern mixt, gehört ein guter Kopfhörer, der das praxisgerechte Cueing ermöglicht. Die in dieser Auswahl zusammengestellten Modelle reichen von bewährten Klassikern bis zu modernen, kabellosen Neuentwicklungen. Nachfolgend stellen wir fünf empfehlenswerte Modelle vor und informieren über deren technische Besonderheiten sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Quick Facts
- DJ-Kopfhörer sollten geschlossen sein und über einen hoher Schalldruck verfügen
- Modulare Kopfhörer mit austauschbaren Teilen lassen sich länger nutzen und sparen Geld
- Kabellose DJ-Kopfhörer mit geringer Latenz sind inzwischen clubtauglich
Bei der Auswahl eines geeigneten DJ-Kopfhörers sollten sowohl anwendungsspezifische Funktionen als auch technische Eigenschaften beachtet werden, um einen praxisgerechten Einsatz zu gewährleisten. Da Tracks häufig direkt neben lauten Monitorboxen oder PA-Anlagen vorgehört werden, ist ein hoher maximaler Schalldruckpegel erforderlich. Gute Werte liegen hier bei 120 dB und darüber.
Wichtig ist zudem eine geschlossene Bauweise, die die Ohren umschließt oder aufliegt und Umgebungsgeräusche zuverlässig abschirmt, um ein präzises Cueing zu ermöglichen. Bei der Impedanz hat sich ein Bereich von 32 bis 70 Ohm etabliert, um eine erfolgreiche Kombination mit Controllern und DJ-Mixern zu gewährleisten. Drehbare oder schwenkbare Ohrmuscheln erlauben das für DJs typische einseitige Abhören. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen erlaubt zudem eine lange Nutzungsdauer.
Sennheiser HD 25 – der Klassiker
Der Sennheiser HD 25 ist eine echte Legende unter den DJ-Kopfhörern, obwohl der Hersteller diesen Einsatzzweck bei der Entwicklung gar nicht vorgesehen hatte. Seit Jahrzehnten unverändert sind sein charakteristischer Spreizkopfbügel und die schwenkbare Ohrmuschel für das einseitige Hören.
Der geschlossene, dynamische Kopfhörer arbeitet mit einer Impedanz von 70 Ohm und deckt einen Frequenzbereich von 16 bis 22.000 Hz ab. Mit einem maximalen Schalldruckpegel von 120 dB kann der HD 25 auch in sehr lauten Umgebungen genutzt werden. Das 1,5 m lange, starre Kabel und die Ohrpolster lassen sich sehr einfach austauschen. Sennheiser selbst sowie zahlreiche Drittanbieter bieten (Spiral-)Ersatzkabel, Ohrpolster aus Leder und Velours sowie einzelne Ohrmuscheln an.
Technics EAH-DJ 1200 – der Flexible
Der Technics RP-DJ1200 bzw. dessen Nachfolger EAH-DJ1200 (hier im Test) ist ein weiterer Klassiker in dieser Übersicht, der seit vielen Jahren von DJs in aller Welt genutzt wird. Die Ohrmuscheln sind über Drehgelenke mit einem Bewegungsradius von 270 Grad am Bügel befestigt, wodurch sich der Kopfhörer für den Transport kompakt zusammenklappen lässt.
Verbaut ist ein 40 mm großer Neodym-Wandler mit einer Impedanz von 45 Ohm sowie einer Empfindlichkeit von 106 dB. Der Frequenzgang reicht von 8 bis 30.000 Hz, im Lieferumfang befinden sich ein 1,2 m langes, gerades Kabel und 1,5 m ein Spiralkabel, die jeweils mit einem Verriegelungsmechanismus ausgestattet sind. Technics selbst bietet ein passendes Ersatzkabel an, zusätzlich sind bei diversen Drittanbietern Ersatz-Ohrpolster erhältlich, sodass sich kaputte oder abgenutzte Teile nach Jahren im Club-Einsatz problemlos erneuern lassen.
AIAIAI TMA-2 DJ Wireless – der Kabellose
Mit dem TMA-2 DJ Wireless bringt AIAIAI seinen etablierten, modularen DJ-Kopfhörer als kabellose Variante auf den Markt. Kernstück ist die hauseigene W+-Link-Technologie, die wir in einem Praxistest (hier im Test) ausprobieren konnten und die präzises Beatmatching und Cueing ohne spürbaren Zeitversatz ermöglicht.
Der geschlossene Kopfhörer ist mit 40-mm-Neodym-Treibern ausgestattet, hat eine Impedanz von 32 Ohm und deckt einen Frequenzbereich von 10 Hz bis 40 kHz ab. Der maximale Schalldruckpegel wird mit 120 dB angegeben. Im W+-Link-Betrieb beträgt die Reichweite zum mitgelieferten Transmitter rund zehn Meter, die Akkulaufzeit liegt bei mehr als 20 Stunden. Alternativ lässt sich der Kopfhörer auch per Bluetooth verbinden oder kabelgebunden nutzen.
Mit einem Gewicht von 217 g zählt der TMA-2 DJ Wireless zu den leichteren Modellen in dieser Übersicht. Wie alle Kopfhörer der TMA-2-Serie ist auch die Wireless-Variante modular aufgebaut. Einzelne Komponenten lassen sich austauschen oder aufrüsten, wodurch sich die Lebensdauer verlängert. Den Kopfhörer gibt es in den Farben Schwarz und Weiß-Orange.
V-Moda M-100 Pro – der Stylische
Mit seiner massiven Metallkonstruktion und seinem markanten Design richtet sich der V-Moda M-100 Pro gezielt an professionelle DJs. Der Kopfhörer ist mit 50-mm-Dual-Diaphragma-Treibern mit Keramikbeschichtung ausgestattet, die für einen druckvollen Bass bei gleichzeitig klaren Höhen sorgen sollen.
Der Frequenzbereich reicht von 5 Hz bis 40.000 Hz, die Impedanz beträgt 32 Ohm und die Empfindlichkeit liegt bei 103 dB pro Milliwatt. Die eigenwillig geformten Ohrmuscheln lassen sich zum einseitigen Abhören drehen. Zudem sorgt die geschlossene, eng anliegende Bauweise für eine gute akustische Abschirmung. In unserem Praxistest (hier im Test) wusste der Kopfhörer zu überzeugen, die Passform sollte aber individuell geprüft werden.
Im Lieferumfang befinden sich ein 3 m langes Spiralkabel und ein 1,5 m langes gerades Kabel. Außerdem sind ein Klinkenadapter und eine Transporttasche enthalten. Mit 319 g ohne Kabel gehört der M-100 Pro zu den schwereren Kopfhörern im Testfeld. Die Ohrmuscheln sind austauschbar konstruiert, was die Wartung erleichtert und die Nutzungsdauer verlängert. Zudem lassen sich beide mitgelieferten Kabel unabhängig voneinander ersetzen, falls eines beschädigt wird.
Rode NTH-50 – der Vielseitige
Mit dem NTH-50 erweitert der australische Mikrofonspezialist Rode sein Kopfhörer-Portfolio um ein kompaktes On-Ear-Modell, dessen Design an den Sennheiser HD 25 erinnert. Der geschlossene, dynamische Kopfhörer nutzt einen eigens entwickelten 40-mm-Treiber in Verbindung mit einer speziellen Resonanzkammer. Das Rode-Gerät konnte uns in einem Praxistest (hier im Test) überzeugen und liefert einen natürlichen Klang mit geringer Verzerrung.
Der Frequenzbereich reicht von 5 Hz bis 35.000 Hz, die Impedanz beträgt 32 Ohm und der maximale Schalldruckpegel liegt bei 124 dB. Die passive Geräuschisolierung wird mit rund 21 dB angegeben. Das mitgelieferte Spezialkabel ist 1,7 m lang, verfügt über zwei flexible Spiralabschnitte und lässt sich wahlweise links oder rechts anschließen. Mit einem Gewicht von 220 g ohne Kabel zählt der NTH-50 zu den leichtesten Modellen dieser Übersicht. Kabel, Ohrpolster und Kopfband sind austauschbar.
Zudem gewährt Rode eine lebenslange Garantie auf Kopfbügel und Kapseln. Im Defektfall dieser beiden Komponenten muss das Gerät allerdings zur Reparatur eingeschickt werden, ein eigenständiger Austausch ist hier, anders als bei Ohrpolstern und Kabeln, nicht vorgesehen.
DJ-Kopfhörer: Alternativen
Neben den von uns ausgewählten DJ-Kopfhörern gibt es natürlich auch noch weitere, die infrage kommen und einen Platz unserer Liste verdient hätten:
Fazit
Die Auswahl an DJ-Kopfhörern deckt mittlerweile ein breites Spektrum ab, das von bewährten Klassikern wie dem Sennheiser HD 25 und dem Technics EAH-DJ1200 bis zu modernen kabellosen Lösungen wie dem AIAIAI TMA-2 DJ Wireless reicht. Wer auf ein besonders druckvolles Klangbild und massive Verarbeitung Wert legt, findet im V-Moda M-100 Pro eine geeignete Option, während der Rode NTH-50 mit geringem Gewicht und attraktivem Preis vor allem Einsteiger DJs anspricht. So findet jeder ein Modell, das zur eigenen Arbeitsweise passt.
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