Schwer bewaffnete Einsatzkräfte nehmen sechs Angestellte in einem Club neben der Grazer Oper fest. Sie sollen systematisch mit Kokain gehandelt haben.
Die österreichische Polizei hat in einem Grazer Szenelokal sechs Männer festgenommen. Sie sollen dort als Kellner und Servicekräfte Kokain im Kilobereich verkauft haben. Der Zugriff in der Innenstadt erfolgte unter Beteiligung schwer bewaffneter Einsatzkräfte bereits am 27. September 2026. Bestätigt hat die Landespolizeidirektion Steiermark die Festnahmen am heutigen Mittwoch.
Außerdem liegen nun Details zu der groß angelegten Razzia vor. Den Ermittlern zufolge lief der Handel nach System ab. Das Personal soll den Verkauf organisiert und abgewickelt haben, im betroffenen Lokal und in mehreren weiteren Szenelokalen der Stadt. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten neben Kokain auch Cannabis und Amphetamine sicher. Den Verdächtigen wird gewerbsmäßiger Suchtgifthandel vorgeworfen. Das heißt: Es ging nicht um ein paar Gramm unter Bekannten.
Neue Hinweise und ein alter Fall
Die Festgenommenen sind zwischen 19 und 40 Jahre alt. Einige zeigen sich teilweise geständig, drei sitzen in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft. Woher die Substanzen kamen, wollten die Ermittler bislang nicht sagen. Auch den Namen des Lokals nennt die Polizei nicht. Laut Informationen der Kronen Zeitung dürfte es sich aber um den sogenannten Szeneclub "Circle" handeln.
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Aufgeflogen ist die Sache über zwei Wege. Zum einen lieferten Erkenntnisse aus bereits laufenden Verfahren Anhaltspunkte, zum anderen gingen anonyme Hinweise aus der Bevölkerung ein. Nachdem die Beweise gesichtet waren, ordnete die Staatsanwaltschaft Graz die Festnahmen an. Abgeschlossen ist der Fall damit nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft rechnen mit weiteren Festnahmen. Vergleichbare Kontrollen in anderen Szenelokalen schließen sie ausdrücklich nicht aus. Für die Gastronomie der steirischen Landeshauptstadt dürfte das ein unruhiger Herbst werden.
Im Herbst 2025 hatte die Grazer Polizei bereits eine Gruppe ausgehoben, die Drogen in Rotlichtszene und Gastronomie der Stadt verteilt haben soll, damals mit Unterstützung der Spezialeinheit Cobra. Mit dem aktuellen Fall habe das nach bisherigem Stand nichts zu tun, so die Ermittler. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
