Nach Razzia in Augsburg: CSU-Bürgermeisterin stellt sich hinter Clubkultur

Nach Razzia in Augsburg: CSU-Bürgermeisterin stellt sich hinter Clubkultur

News. 9. Februar 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Benkeser

Rund eine Woche nach dem umstrittenen Polizeieinsatz im Augsburger City Club hat sich Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) erstmals ausführlich zu Wort gemeldet – und sich dabei hinter die Clubkultur gestellt. In einer offiziellen Mitteilung betonte sie das Spannungsfeld zwischen Rechtsstaatlichkeit und der Bedeutung kultureller Freiräume für die Stadtgesellschaft. 

Oberbürgermeisterin Eva Weber Foto: Martin Augsburger
Oberbürgermeisterin Eva Weber Foto: Martin Augsburger

Weber stellte klar, dass sie erst aus den Medien von der großangelegten Razzia erfahren habe. Weder sie noch die Stadtverwaltung seien in die Planung des Einsatzes involviert gewesen. Die Bilder der Nacht, in der rund 100 Einsatzkräfte den Club stürmten, hätten sie überrascht.

"Augsburg steht für Vielfalt, Kultur und Freiräume, aber auch für Sicherheit. Dies ist kein Widerspruch", so Weber. Während sie betonte, dass Clubs keine rechtsfreien Räume sein dürften, mahnte sie gleichzeitig die Verhältnismäßigkeit staatlichen Handelns an. Sie erwarte nun eine "transparente und sachliche Aufarbeitung” der Hintergründe durch die zuständigen Stellen.

Die Polizei will Maßnahmen überdenken

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Der Einsatz am vergangenen Wochenende sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Während die Polizei die Durchsuchung mit monatelangen Ermittlungen wegen Drogenhandels rechtfertigt – dabei wurden rund 170 Gramm Substanzen sichergestellt –, berichten Gäste von demütigenden Szenen. Leibesvisitationen, bei denen sich Besucher:innen des City Club bis auf die Unterwäsche ausziehen mussten, und schmerzhafte Zwangsmaßnahmen stehen im Zentrum der Kritik.

Polizeipräsident Martin Wilhelm verteidigte zwar die rechtliche Grundlage des Einsatzes zur Gefahrenabwehr, räumte jedoch Defizite in der Kommunikation ein. Das Fehlen eines Kommunikationsteams vor Ort, das insbesondere unerfahrenen Gästen die Maßnahmen hätte erklären können, solle künftig überdacht werden.

Der Betreiber des City Clubs hat bereits angekündigt, juristisch gegen den Durchsuchungsbeschluss vorzugehen. Die Augsburger Stadtspitze setzt derweil auf die Prüfung durch die Gerichte, um das Vertrauen zwischen Clubszene und Behörden wiederherzustellen.

Galileo-Bilder sorgen für Diskussionen

Zuletzt sorgte auch die Meldung, dass ein Kamerateam der ProSieben-Sendung "Galileo" den Polizeieinsatz begleitet hat, für Diskussionen. Während die Polizei betont, dass die Privatsphäre durch Verpixelung geschützt werde und in den Durchsuchungszelten nicht gefilmt wurde, widersprechen Zeugen dieser Darstellung teilweise. Besucher:innen berichten von Kameras, die "sehr nah" am Geschehen waren.

Wer sich eine schnelle Klärung der Ereignisse durch die TV-Bilder erhofft, wird enttäuscht: Laut Sender wird der Beitrag erst im Frühjahr 2026 ausgestrahlt. Für die aktuelle Aufarbeitung der Vorwürfe gegen die Polizei spielen die Aufnahmen daher vorerst keine Rolle.

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