AlphaTheta DJM-V5 im Test: Warum dieser Mixer mehr kann als Club-Standard
Mit dem DJM-V5 bietet AlphaTheta einen weiteren Kreativ-Mixer für DJs und Live-Acts an. Der Neuzugang unterscheidet sich deutlich von den omnipräsenten Clubmixern des Herstellers und basiert auf dem Flaggschiff DJM-V10. Wir durften vor dem offiziellen Produktstart Hand an den neuen Boliden anlegen und berichten, was er zu bieten hat. Ob der Mixer dein neuer Begleiter für kreative Clubnächte wird, erfährst du nachfolgend.
Quick Facts
- Dreikanaliger Kreativ-Mixer
- Vierband-Equalizer
- SonicLink integriert
- Analog und digital erweiterbar (via Multi I/O)
- Für DJs und Live-Acts
Wie ist AlphaTheta DJM-V5 einzuordnen?
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Der AlphaTheta DJM-V5 gehört, ebenso wie der bereits länger erhältliche Pioneer DJ DJM-V10, zu den sogenannten "Kreativ-Mixern" des japanischen Herstellers. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Funktionen, Ausstattung und Anschlüsse von den Clubmixern DJM-A9 und DJM-750MK2 und ähneln eher den Produkten der Mitbewerber von Allen & Heath (Xone:96) und PLAYdifferently (Model 1).
Der AlphaTheta DJM-V5 ist jedoch nicht, wie man aufgrund der Modellbezeichnung vermuten könnte, einfach ein "halbierter" DJM-V10, sondern ein durchaus eigenständiges Gerät. Zwar übernimmt er einige Features vom großen Bruder, hat aber auch einzigartige Eigenschaften. Die Besonderheiten des Mixers beginnen bereits mit der Kanalausstattung: Der DJM-V5 bietet drei Kanalzüge, nicht die üblichen zwei oder vier. Einen ergänzenden Zusatzeingang, der bei manchen Geräten für zusätzliche Einspeiseoptionen dient, sucht man hier vergeblich.
Mit Abmessungen von 302 x 437 x 11 Millimetern zählt das Gerät zu den größeren seiner Art, ist im direkten Vergleich zum DJM-V10 aber ein ganzes Stück kleiner, was je nach Einsatzort ein entscheidender Faktor sein kann. Die Verarbeitung des Mixers und seines schwarz lackierten Metallgehäuses ist sehr gut, und auch die gewählten Materialien wirken hochwertig. AlphaTheta verlangt für den Dreikanäler 1.999 Euro, enthalten ist die Nutzung von Rekordbox, für Serato DJ Pro wird eine zusätzliche Lizenz benötigt.

Was bieten die Kanalzüge des DJM-V5?
Die drei Kanalzüge des AlphaTheta DJM-V5 sind identisch ausgestattet und bieten einige Besonderheiten. So gibt es neben Trim-Potis auch One-Knob-Kompressoren zur Verdichtung der eingehenden Signale sowie Vierband-Equalizer mit zwei Mittenbändern. Gemixt wird ausschließlich mit Kanalfadern, die einen Regelweg von sechs Zentimetern haben und deren Verläufe anpassbar sind. Auf einen Crossfader hat der Hersteller verzichtet.
Für kreative Mixe steht ein resonanzgekoppeltes Filter zur Verfügung, mit dem sich die Signale in den Kanälen sowie am Masterausgang bearbeiten lassen. Neben den bekannten Modi Tiefpass und Hochpass steht auch ein neuer Crosspass-Modus zur Verfügung, auf den wir im Praxisteil näher eingehen. Sechs fadergesteuerte Send-Effekte mit anpassbaren Parametern ergänzen das Ganze.

Ausgangssignale mit Extras
Die Pegel der Signale lassen sich mithilfe langer LED-Ketten im Blick behalten. Ergänzend bietet der Masterausgang eine illuminierte Clip-Anzeige, die auf mögliche Übersteuerungen hinweist. Zur Regulierung der Signale im Monitorweg gibt es einen Zweiband-EQ – ein durchaus sehr begrüßenswertes, aber nicht alltägliches Feature –, damit die Signalabstimmung in der DJ-Kanzel erfolgen kann.
In der Cueing-Sektion bietet der DJM-V5 erstmals einen Regler für Preview-Signale, die von Pro-DJ-Link-Playern oder Computern mit Rekordbox stammen. Bei den Modellen DJM-V-10 und A9 wurde hierfür ein Taster verwendet. Zudem gibt es die üblichen Regler für den Kopfhörer-Mix und -Pegel.
Anschlüsse, alles wie gewohnt?
Der AlphaTheta DJM-V5 verfügt auf seiner Rückseite über viele bekannte Elemente eines DJ-Mixers, hat aber auch einige Besonderheiten zu bieten. So sind alle drei Eingänge mit Line- und Phonoeingängen ausgestattet und über eine Combo-Buchse kann ein Mikrofon angeschlossen werden. Im Bereich der Ausgänge gibt es symmetrische XLR-Buchsen für das Mastersignal sowie symmetrische Klinkenbuchsen für den Monitorweg. Außerdem verfügt der DJM-V5 über einen Cinch-Recordingausgang.
Der Mixer bietet eine 6,3-mm- und eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse und unterstützt zudem die proprietäre Drahtlostechnik SonicLink. Über diese kann der AlphaTheta HDJ-F10 nach erfolgter Kopplung per Tastendruck ohne zusätzlichen Transmitter verwendet werden. Ergänzend hat der Mixer auch ein SonicLink-Touchfeld auf der Vorderseite, das eine berührungslose Kopplung für drahtlose Kopfhörer ermöglicht. Entsprechend kompatible Kopfhörer sind allerdings noch Zukunftsmusik.

Effekterweiterungen sind über das Multi-I/O-Feature möglich. So kann beispielsweise ein Korg Kaoss Pad analog per Klinkenkabel oder alternativ das neue AlphaTheta-Effektgerät RMX-Ignite sowie ein iPad mit der App RMX-1000 digital per USB-C integriert werden. Zusätzlich gibt es eine Pro-DJ-Link-Ethernet-Buchse und einen weiteren USB-C-Anschluss. Über diesen kann die Soundkarten- und Controllerfunktion in Verbindung mit einem Computer oder mobilen Gerät genutzt werden.

DJM-V5 in der Praxis
Der AlphaTheta DJM-V5 ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für verschiedene Setups. Vorstellbar ist beispielsweise ein Basic-Setup für den Einsatz in Clubs oder auf Festivals, das aus zwei Mediaplayern besteht und um eine Drummaschine und ein Effektgerät erweitert wird. Alternativ kann der Mixer aber auch als Schaltzentrale eines digitalen Sets in Kombination mit einer vinylbasierten Timecode-Steuerung agieren. Letzteres ist ohne Zuzahlung in Verbindung mit der hauseigenen Software Rekordbox möglich und mit einer (Zusatz-)Lizenz auch mit Serato DJ Pro. Alle Installationen lassen sich durch ein Mikrofon ergänzen. Ein Zweiband-EQ und eine Talkover-Funktion sorgen hier für eine praxisgerechte Nutzung.

Dank des integrierten Einstellungsmenüs lässt sich der Mixer für spezielle Einsätze konfigurieren. Hier können für die Master- und Booth-Signale verschiedene Parameter wie Mono/Stereo oder individuelle Absenkungen gewählt werden. Darüber hinaus lassen sich hier auch Einstellungen für den Recording-Ausgang und das Mikrofon vornehmen und im Gerät gespeichert werden. Zur Konfiguration und Überwachung der Soundkarten-Einstellungen gibt es ein Tool für Windows und macOS, mit dem sich Routings schnell und einfach ändern lassen.

Mixing mit dem DJM-V5
AlphaTheta hat dem DJM-V5 ein gängiges Layout verpasst, sodass der Mixer ohne lange Einarbeitungszeit intuitiv genutzt werden kann. Die Besonderheiten, wie der One-Knob-Kompressor und der Vierband-Equalizer, werfen keine großen Fragen auf, bieten aber durchaus einen Mehrwert, da man noch gezielter in das Soundforming eingreifen kann. In die gleiche Kerbe schlägt auch das gut abgestimmte Filter, das selbst bei hohen Resonanzwerten nicht sofort zu Ohrenklingeln führt wobei man natürlich den Gesamtpegel im Auge behalten sollte. Das neu eingeführte Cross-Pass-Filter eröffnet vollkommen neue Mixingoptionen, denn es ist ein spezielles Hochpassfilter, welches das Tiefbassfundament eines Tracks unangetastet lässt. Somit kann man auf völlig neue Weise in das Klangbild eines Songs eingreifen und einen Übergang gestalten, ohne dass die Energie verloren geht.
Die sechs integrierten Sendeffekte haben uns klanglich ebenfalls gut gefallen. Sie lassen sich in Echtzeit modifizieren, wodurch eine sehr dynamische Klangkulisse entsteht. Die Steuerung per Fader ermöglicht eine passgenaue Dosierung, sodass sich Breaks und Übergänge mit Delay-Wolken, Hallräumen etc. untermalen lassen. Das Verhalten des Time-Reglers wurde vom Euphonia und V-10 übernommen: Bei synchronisierten Effekten wie Tape Delay, Ping Pong und Echo Verb rastet er mechanisch auf festen Werten ein, bei den restlichen (Short Delay, Reverb und Shimmer) lässt er sich ohne Rasterung drehen.
Soundbeispiele:
Filter: CrossPass, Tiefpass, Hochpass
Effekte: Short Delay, Reverb, Shimmer
Effekte: Tape Echo, Ping Pong, Echo Verb
Der Gesamtsound des DJM-V5 ist klar und aufgeräumt, ganz gleich ob man Sounds aus Mediaplayer, Plattenspielern oder Computern spielt und diese intensiv mit den gebotenen Klangformern bearbeitet.
Alternativen
Fazit
Der AlphaTheta DJM-V5 ist ein Dreikanalmixer und nimmt eine Sonderstellung im Portfolio des japanischen Herstellers ein. Das flexibel einsetzbare Gerät kann im klassischen Club- und Festivalkontext verwendet werden, eignet sich aber auch für digitale DJs und Live-Acts. Neben vielen Standardfunktionen verfügt es über zahlreiche Besonderheiten wie einen Vierband-Equalizer, One-Knob-Kompressoren und das einzigartige Cross-Pass-Filter.
Ergänzend bietet der Mixer eine rundum gelungene und praxisgerechte Effektsteuerung sowie Multi I/O zur analogen oder digitalen Effekterweiterung. Darüber hinaus verfügt er über die drahtlose Kopfhörerschnittstelle SonicLink.
Somit ist der Mixer für User:innen interessant, die Wert auf kreative Extras und einen guten Sound legen, aber nicht zu weit von dem gewohnten Workflow der AlphaTheta-/Pioneer-DJ-Geräte abweichen wollen. Für manche könnte der fehlende Crossfader und die Ausstattung mit drei Kanälen ein Ausschlusskriterium darstellen. Deshalb sollten die eigenen Bedürfnisse vor der Anschaffung genau analysiert werden. Die unverbindliche Preisempfehlung für den DJM-V5 von 1.999 Euro geht unserer Meinung nach in Ordnung.
Pro
Gute Verarbeitung
Innovatives Filter (Cross-Pass-Filter)
Praxisgerechte Effektsteuerung
Einfache Effekterweiterung (analog und digital)
SonicLink integriert
Umfangreiche Soundforming-Optionen mit Vierband-EQ
Kontra
Kein Crossfader
Preis:
Preis: 1.999 Euro
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