Afrika Bambaataa ist tot: Hip-Hop-Pionier, "Planet Rock"-Schöpfer stirbt mit 68
Afrika Bambaataa, einer der Pioniere des Hip-Hop und Schöpfer des wegweisenden Tracks "Planet Rock", ist tot. Der US-amerikanische Rapper und DJ star bin der Nacht auf Donnerstagan den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde 68 Jahre alt. Sein Tod wurde sowohl von der Universal Zulu Nation, der von ihm gegründeten internationalen Hip-Hop-Bewegung, als auch von seinem früheren Plattenlabel Tommy Boy Records bestätigt.
Vom Bronx-Block zur globalen Bühne
Bambaataa wurde als Lance Taylor in den Sozialbausiedlungen der Bronx, New York, geboren und wuchs in einem von Bandengewalt geprägten Umfeld auf. Als junger Mann stieg er in der Straßengang Black Spades auf, ehe er die Musik als Weg aus der Gewalt entdeckte. In den frühen 1970er-Jahren begann er, Blockpartys in der South Bronx zu veranstalten – Feiern, die zu den Geburtsorten des Hip-Hop zählen. 1973 gründete er die Universal Zulu Nation, ein Kollektiv, das Hip-Hop als Werkzeug für Frieden und soziales Bewusstsein nutzte.
Inspiriert von europäischen Elektronikpionieren wie Kraftwerk, verband Bambaataa 1982 mit "Planet Rock" erstmals Rap mit elektronischer Tanzmusik. Der Track erreichte Platz 4 der US-R’n’B-Charts und gilt bis heute als eines der einflussreichsten Stücke der Hip-Hop-Geschichte. Er begründete das Genre des Electro Funk und ebnete den Weg für Generationen von Produzent:innen und Künstler:innen.
Bambaataa arbeitete im Laufe seiner Karriere mit Musiker:innen wie James Brown, George Clinton und John Lydon. 1985 wirkte er an dem Anti-Apartheid-Protestalbum "Sun City" mit, an dem auch Bob Dylan, Bruce Springsteen, Bono, Run-DMC und Joey Ramone beteiligt waren. Sein letztes Studioalbum "Dark Matter Moving at the Speed of Light" erschien 2004.

Ein schwieriges Vermächtnis
Bambaataas Lebenswerk ist nicht ohne Schatten. Ab 2016 erhoben mehrere Männer aus der Bronx Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihn. Die mutmaßlichen Taten sollen in den 1980er- und 1990er-Jahren stattgefunden haben, als die Betroffenen minderjährig waren. Bambaataa bestritt die Vorwürfe stets und wurde nie strafrechtlich verurteilt. Im Jahr 2025 verlor er jedoch einen Zivilprozess durch Versäumnisurteil, nachdem er nicht vor Gericht erschienen war. Die Universal Zulu Nation entschuldigte sich 2016 öffentlich bei Überlebenden mutmaßlichen Missbrauchs durch Bambaataa.
Musiker Kurtis Blow, Leiter der Hip Hop Alliance, würdigte Bambaataas Beitrag trotz der Kontroversen: "Afrika Bambaataa hat dabei geholfen, die frühe Identität des Hip-Hop als globale Bewegung zu prägen, verwurzelt in Frieden, Einheit, Liebe und Spaß. Seine Vision verwandelte die Bronx in den Geburtsort einer Kultur, die heute jeden Winkel der Welt erreicht." Zugleich betonte Blow, dass Bambaataas Vermächtnis "komplex" sei und "Gegenstand ernsthafter Diskussionen innerhalb der Community" bleibe.