Drei Jahre Regen, dann der Umschwung: Bei der Jubiläumsausgabe der Nature One feierten 55.000 Menschen bei Kaiserwetter. Veranstalter und Polizei zeigten sich zufrieden. Der abschließende Knall blieb aber aus.
Nach drei verregneten Jahren hat der Hunsrück der Nature One wieder das geliefert, wofür Techno-Festivals eigentlich gebaut sind: Sonne, Staub und ein Line-up, das selbst Genre-Muffel kurz aufhorchen lässt. Rund 55.000 Menschen feierten unter dem Motto "rave.now.together" auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna zu Sets von Paul Kalkbrenner, Sven Väth oder I Hate Models.
Auch die Politik war da
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Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) und Innenminister Achim Schwickert (CDU) ließen sich vor Ort von Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr über die Einsatzabläufe briefen. Auch Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) schaute vorbei. Veranstalter Oliver Vordemvenne zog ein zufriedenes Fazit: Nach drei Jahren mit Regen und kalten Nächten habe man endlich wieder perfektes Festivalwetter gehabt, die Stimmung sei großartig gewesen und die Abläufe seien reibungslos verlaufen.
Rund 650 Rotkreuzler aus fünf Bundesländern versorgten knapp 1.450 Patient:innen. 119 mussten ins Krankenhaus, ein Besucher mit schweren Verbrennungen wurde per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Gemessen an der Besucherzahl gilt das laut Rotem Kreuz als vergleichsweise niedriges Niveau. Meist ging es um kleinere Verletzungen, Kreislaufprobleme und vereinzelte Knochenbrüche. Erstmals kamen GPS-Tracker für die Sanitätsteams zum Einsatz, ergänzt durch eine vollständig digitale Einsatzdokumentation.
Viel Frieden, kein Knall
Als "erfreulich friedlich" beschreibt die Polizeidirektion Koblenz unter Einsatzleiter Björn Neureuter den Verlauf des Festivals. Diebstähle oder Körperverletzungen blieben die Ausnahme, auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Trunkenheitsfahrten seien tendenziell leicht rückläufig gewesen. Einzig das traditionelle Samstagnacht-Feuerwerk auf der Pydna fiel aus. Wegen anhaltender Trockenheit und akuter Waldbrandgefahr sagten Veranstalter, Behörden und Feuerwehr die geplante Show ab. Der Trost der Veranstalter: Nächstes Jahr solle es dafür "umso größer" werden.
Seit der Gründung 1995 hat sich Nature One vom Trance-Treffen zum Gemischtwaren-Mekka der elektronischen Musik entwickelt. Dass die Bundeswehr das Gelände seit 2005 wieder militärisch nutzt, hat den Festivalbetrieb nie gestört. Ernster war 2005 der Drogentod eines 19-Jährigen, der seither systematische Kontrollen auf den Zufahrtswegen nach sich zieht. Die aktuellen 55.000 liegen damit im gewohnten Rahmen – meist zwischen 54.000 und 65.000 Besuchern, je nach Jahr und Wetter.
Foto: AssaultMedia - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0