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"Sine Machine": Wiener Entwickler revolutioniert die additive Synthesizer-Technologie 
Foto: Melatonin

"Sine Machine": Wiener Entwickler revolutioniert die additive Synthesizer-Technologie 

News. 2. Juli 2026 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Nach sechsjähriger Entwicklungszeit ist "Sine Machine" offiziell erschienen. Der additive Synthesizer vom Wiener Ein-Mann-Entwicklerstudio Melatonin verspricht über 10.000 Oszillatoren, aber null Regler. Spaß machen soll er trotzdem.

Additive Synthese gilt in der Musikproduktion als Königsdisziplin und Nischenphänomen zugleich. Statt Wellenformen zu filtern und zu formen wie bei der subtraktiven Synthese, stapelt man hier einzelne Sinuswellen übereinander, bis komplexe Klangfarben entstehen. Das Problem: Die meisten Tools dieser Kategorie ersticken Nutzer:innen unter hunderten Einzelparametern, bevor überhaupt ein Sound steht.

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Sudara, Musiker und Indie-Entwickler aus dem Umfeld des Open-Source-Frameworks JUCE, wollte genau das ändern. Sechs Jahre Arbeit stecken in "Sine Machine", das nun nach einer langen Early-Access-Phase final veröffentlicht wurde. Das Plugin hat es allerdings in sich. 20 Stimmen mit je 511 zeitbasierten Oszillatoren sorgen für über 10.000 Sinuswellen gleichzeitig. Dazu kommen mehr als 20.000 LFOs, weil jeder Oszillator seinen eigenen mitbringt.

Tausend Features und mehr

Auf Regler verzichtet "Sine Machine". Dafür malt man Verläufe direkt ins Spektrogramm. Tiefe Frequenzen erscheinen violett, hohe rot, und alles wird in Echtzeit visualisiert. So können Klänge entstehen, die sich permanent verschieben, ohne dass man einen einzelnen Oszillator anfassen muss. 

Die "additive Reverb" funktioniert nach demselben Prinzip. Die Filterwerkzeuge (Brickwall, Gaussian-Bandpass) erlauben es, einzelne Frequenzbereiche chirurgisch rauszuschneiden oder weich einzugrenzen. Das ist nützlich, um Sounds ausgehöhlt oder metallisch klingen zu lassen. Und das Gaussian-Pitch-Noise pro Harmonischer sorgt für leichte, zufällige Verstimmungen einzelner Obertöne, wodurch Sounds ihre digitale Sterilität verlieren und eher nach Tape, Vinyl oder alter Hardware klingen.

Auch bei Modulation und Stimmung geht "Sine Machine" in die Tiefe: MPE-Unterstützung erlaubt es, mit entsprechenden Controllern jede gespielte Note einzeln in Tonhöhe, Druck und Klangfarbe zu beeinflussen, während MTS-ESP mikrotonale Stimmungen jenseits des klassischen Halbtonrasters ermöglicht – Terrain also, das etwa für nicht-westliche Tonsysteme oder experimentelle Stimmungen relevant ist.

Bezahl, was du willst 

Dazu liegen Presets im offenen JSON-Format vor und lassen sich direkt als Text hacken, was "Sine Machine" auch für Sound-Nerds interessant macht, die tiefer in Partialton-Verhältnisse eintauchen wollen. Und: Seit Mai 2026 unterstützt die Software zudem Offline-Aktivierung auf bis zu drei Rechnern. Einzig der AAX-Support fehlt weiterhin. Wer PreSonus oder Pro Tools nutzt, findet aber mit dem kostenlosen PluginBuddy-Wrapper von Modalics Abhilfe, so Sudara.

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"Sine Machine" läuft als VST3, AU und CLAP auf macOS, Windows sowie Linux, dazu als Standalone-App. Ein 14-tägiger Testzeitraum ohne Einschränkungen steht zur Verfügung. Preislich verzichtet Sudara bewusst auf Rabattaktionen. So ist das Synthesizer-Plugin mit "Pay what you want"-Prinzip ab 75 US-Dollar (knapp 65 Euro) zu haben.

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