Workshop: Dub Techno Loop in Ableton Live 12 – nur mit einem Synth (Meld)

Workshop: Dub Techno Loop in Ableton Live 12 – nur mit einem Synth (Meld)

Workshops. 21. Mai 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Kai Dombrowski

Meld ist der neuste Ableton Synthesizer und seit Live 12 im Suite Paket enthalten. Wir schauen uns heute an, was sich mit dem virtuellen Instrument alles anstellen lässt und versuchen, einen kompletten Dub Techno Loop zu erstellen. Dieser Artikel liefert Sounddesign-Tipps von Dub Chords und Pads über Bass bis hin zu Drums und Percussion.   

1. Kick

Los geht’s mit der Bassdrum: Four-to-the-Floor-Viertel auf der Note A-1 bilden den MIDI-Input. Den Body unserer Kick erzeugen wir mittels Pitch-Modulation einer basic Sinuswelle, der Attack-Anteil wird vom zweiten Oszillator im Square-Sync-Setting realisiert. Die Squarewave verkürzen wir mit der Hüllkurve, bis nur noch ein Klick bleibt. Diesen Klick "stimme” ich via Bandpassfilter mit reichlich Resonanz und Filter Drive.  

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  • A Engine: Basic Shapes, Shape 0.0, Tone 0.0 
  • A Amp EG: Attack 1.00 ms, Decay 810 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Mod EG: Attack 0.00 ms, Decay 305 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Filter: LP 12dB MS2, Freq 941 Hz, Q 0.0, Drive 50.8
  • B Engine: Square Sync, Freq1 0.0, Freq2 0.0
  • B Amp EG: Attack 0.00 ms, Decay 1.50 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms  
  • B Filter: BP 12dB OSR, Freq 1.05 kHz, Q 71.1, Drive 51.6
  • Mono/Legato 
  • Autofilter: Lowpass 24, Freq 1.04 kHz, Res 22%, Drive 17%

Beim Justieren der Hüllkurvenmodulation für den Body versuche ich, dominante Pitch-Sweeps und eine klare Tonhöhe zu vermeiden. In Meld’s Mix-Bereich stelle ich den Synthesizer auf Monophon und gebe etwas Drive hinzu. Für den dubbigen Lofi Sound setze ich Ableton’s Autofilter ein: Lowpass 24 mit Cutoff bei ca 1000 Hz, ein wenig Resonanz und Drive, Modulation aus – fertig!   

Ableton Meld
Foto: Ableton

2. Saw Wave Pad

Im Prinzip handelt es sich beim Pad um einen simplen D-Moll-Akkord, gespielt von einer Sägezahnwelle mit gerade so viel Attack, dass wir den Anschlag los sind und ausreichend Decay, um einen ganzen Takt zu füllen. Als nächstes habe ich den Lowpassfilter ausgewählt, mit etwas Resonanz versehen und ziemlich weit runtergeregelt. Der langsame Filtersweep wird vom Mod Envelope erzeugt, dessen Attack ungefähr einen Takt schnell ist..  

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  • A Engine: Basic Shapes, Shape 65.1, Tone 33.3 
  • A Amp EG: Attack 28.9 ms, Decay 10.8 s, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Mod EG: Attack 2.67.00 ms, Decay 1.50 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Filter: SVF 12dB, Freq 104 Hz, Q 25.8
  • LFO 1: Basic Shapes, Rate Sync/6, Shape 31.0, Retrig Off
  • LFO 2: Rec, Rate Sync/4 
  • Matrix: M Env/Filter Freq 42, LFO 1/Filter Freq 12, LFO 2/Osc Macro 2 -33
  • Delay: Left 6, Right 4, Filter 763 Hz, Width 2.85, Ping Pong 
  • Delay Mod: Rate 0.50 Hz, Filter Mod 25%, Time Mod 16% 
  • Reverb: Decay 6.83 s, Dry/Wet 25%
  • EQ Eight: Band 1 Highpass, Freq 255 Hz, Q 0.71
  • Glue Compressor: Source Kick, Threshold -22.2 dB, Makeup 9.21 dB

Die wahre Magic passiert in Meld’s Mod Matrix: LFO1 habe ich auf eine ultra langsame Dreieckswelle eingestellt, LFO2 ist eine viertaktige Squarewave. So kann ich gleichzeitig graduelle Filterschwankungen und gezielte Timbre-Wechsel im Zweitakt-Rhythmus erzeugen. Relativ langsamer Delay mit etwas Time- und Filter-Modulation sowie Reverb mit viel Decay und wenig Dry/Wet runden ab, Lowcut und Sidechain Compression räumen auf.  

3. Clap

Der Clap besteht ähnlich wie die Kick aus Attack und Body. Dieses Mal erzeuge ich die Grundlage via Noise Loop und sorge per kurzer Filtered Noise für eine definierte Ansprache. Wieder steuert ein Bandpassfilter mit Drive und Resonanz den Charakter unseres Attacks. Mittels Echo gebe ich dem Clap mehr Tiefe, füge etwas Reverb hinzu und runde das Ganze mit einem großzügigen Lowcut ab.  

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  • A Engine: Filtered Noise, Freq 0.0, Narrow 24.6 
  • A Amp EG: Attack 0.00 ms, Decay 178 ms, Sustain 0, Release 305 ms
  • A Mod EG: Attack 0.00 ms, Decay 1.32 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Filter: SVF 12dB, Freq 238 Hz, Q 44.5
  • B Engine: Noise Loop, Rate 0.0, Fade 0.0 
  • B Amp EG: Attack 0.00 ms, Decay 7.22 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • B Filter: BP 12 dB OSR, Freq 349 Hz, Q 48.4, Drive 56.2, Tone -0.14
  • Master Drive 53 %
  • Echo: Time 17.7 ms (L -6.7%, R 4.1 %), Feedback 0 %, Reverb 17 %, Dry/Wet 70 %
  • Echo Filter: HP 481 Hz, Res 0.28, LP 2.07 kHz, Res 0.04
  • Echo Mod: Freq 0.46 Hz, Delay Mod 23 %
  • EQ Eight: Band 1 Highpass, Freq 499 Hz, Q 1.24

4. Hihats

Die Hihats bilden das wahrscheinlich simpelste Element unseres Dub Loops. Filtered Noise liefert die Grundlage, die wir per Hüllkurve zur Hihat shapen. Highpassfilter, Tone und Osc Freq räumen das Lowend auf. Für etwas mehr Abwechslung habe ich Amp Sustain, Tone und Osc Freq mit LFO-Modulation versehen. Ein bisschen Reverb gibt dem Sound Raum, Filtered Delay sorgt für Groove.  

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  • A Engine: Filtered Noise, Freq, Narrow 
  • A Amp EG: Attack 0.00 ms, Decay 69.6 ms, Sustain -35 dB, Release 146 ms
  • A Filter: HP 12dB MS2, Freq 798 kHz, Q 0.0, Drive 34.4, Tone 0.35  
  • LFO 2: Saw Up, Rate Sync/2, Target Amp Sustain 33 
  • MIDI Matrix: Random Target Tone Filter 11
  • Reverb: Decay 1.34 s, Hi Cut 258 Hz, High Shelf 492 Hz,  Dry/Wet 39%
  • Delay: Feedback 36%, Filter 550 Hz, Width 1.95 

5. Bass

Der Bass ist ebenfalls kein Hexenwerk. Im Prinzip habe ich einfach eine Sinewave aus den Basic Shapes genommen, diese aber via Tone-Regler im Osc1-Bereich verfeinert. Das Wichtigste ist, Mono und Legato zu aktivieren, um den Glide Sound hinzubekommen (unter Settings könnt ihr die Glide Time genau einstellen). Von hier aus habe ich nur noch mit LPF und Sidechain Compressor für ein gutes Verhältnis zur Kick gesorgt. 

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  • Settings: Glide Time 39.6 s
  • A Engine: Basic Shapes, Shape 0.0, Tone 25.4  
  • A Amp EG: Attack 189 ms, Decay 600 ms, Sustain 0.0 dB, Release 50.0 ms
  • A Filter: SVF 12dB, Freq 606 Hz, Q 0.0, Tone 0.0
  • Glue Compressor: Source Kick, Threshold -25.4 dB, Makeup 9.84 dB

6. Percussion

Kommen wir nun zu meinem Lieblingselement: Percussion! Hier habe ich Simple FM im Oszillator-Drop-Down ausgewählt und via Hüllkurve extrem verkürzt. Im MIDI-Bereich habe ich Random als Modulationsquelle verwendet, um Panning und Ratio (Osc Macro 2) zu modulieren. Ratio (Osc Macro 2), Tone und Filter sorgen für den Charakter unserer Percs, Resonanz und Drive holen den Sound nach vorne.  

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  • A Engine: Simple FM, Amount 100.0, Ratio 50.0 
  • A Amp EG: Attack 0.0 ms, 17.1 ms Decay, 0 Sustain, 50.0 ms Release
  • A Filter: SVF 12dB, Freq 890 Hz, Q 62.5, Tone 0.32 
  • Env 1:  1.00 ms Attack, 1.36 s Decay, 0 Sustain, 600 ms Release, Filter 1 Freq 44
  • MIDI Matrix Random: to Pan 50, to Osc Macro 2 16, to Filter Freq 3.1
  • MIDI Matrix Velocity: to Osc Macro 2 91
  • Drive 49 %  
  • Echo: Ping Pong, Reverb 22%, HP 174 Hz, LP 2.24 kHz, Dry/Wet 39 % 

Für noch mehr Stereo-Action habe ich ein Dotted-Eights-Echo im Ping Pong Setting mit etwas Reverb hinzugefügt – das war es auch schon an FX. Was den MIDI-Input angeht, habe ich alle 16tel jenseits unserer Kick verwendet. Mit dem Chance Parameter in der Piano Roll habe ich für zufällige Abwechslung im Pattern gesorgt: Die Offbeats liegen bei 75%, alle anderen Hits werden zu 50% abgespielt. 

7. Square Wave Stabs

Als Lead-Element bauen wir uns ein paar Stabs mit reichlich Modulation. Zur Abwechslung habe ich Square 5th als Klangquelle ausgewählt und moduliere die Pulsbreite sowie den Anteil der Quinten via achttaktigem LFO1. Auch die Filter Frequenz und das Panning werden von der langsamen Dreieckswelle in Bewegung versetzt. Zusätzlich gibt es Hüllkurvenmodulation für das Lowpassfilter, ordentlich Resonanz und ein bisschen Spread. 

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  • A Engine: Square 5th, 5th Amount 19.0, Pulse Width 34.9
  • A Amp EG: Attack 1.81 ms, Decay 600 ms, Sustain 0, Release 464 ms
  • A Mod EQ: Attack 0.0 ms, Decay, Sustain 0, Release 50.0 ms, to Filter Freq 42
  • A Filter: LP 12 dB MS2, 137 Hz, Q 24.2
  • Poly 8, Spread 17 %, Stack 2
  • LFO 1: Basic Shapes, Rate Sync/8, Shape 31.0, Osc Macro 2 7.8, Pan 50, Filter Freq 7.8
  • LFO 2: Rect, Rate Sync/4, Osc Macro 2 -19, Volume 25  
  • Global: Tone 20, Spread 4%, Volume -12 dB
  • Delay: Ping Pong, Sync 4, Filter 369 Hz, Width 2.62, F. Mod 26%, D. Mod 16%
  • Reverb: Decay 5.70 s, Dry/Wet 30%, Hi Cut 830 Hz, High Shelf 912 Hz
  • Glue Compressor: Source Kick, Threshold -24.4 dB, Makeup 7.84 dB
  • EQ Eight: Band 1 Highpass, Freq 1.32 kHz

Weil unser Pad bereits jede Menge untere Frequenzen abdeckt, habe ich die Stabs verhältnismäßig dünn gehalten: Ein großzügiger Lowcut lässt den Sound hypnotisch über unserem Loop schweben. Weil unser Stab-Pattern recht synkopiert ist, stelle ich die Delay-Time auf Viertel. Die Lautstärkeschwankungen bei der Oszillator-Modulation habe ich per Volume-Modulation ausgeglichen. 

8. Ear Candy Noise Shaker 

Zum Schluss machen wir uns die breite Auswahl an Wellenformen zu Nutze und basteln einen Shaker auf Basis des Crackle Oszillators. Volume Modulation auf 16tel Basis sorgt für den Shaker Rhythmus, ein bisschen Filter Modulation macht den Sound weniger statisch. Die Modulation des Pannings ist identisch zu unseren Stabs, nur phasenverdreht. Die FX bestehen aus der üblichen Delay/Reverb/EQ/Compressor Kombo.

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  • A Engine: Crackle, Density 100.0, Intensity 42.9
  • A Amp EG: Attack 1.00 ms, Decay 600 ms, Sustain 0, Release 50.0 ms
  • A Filter: BP 12dB MS2, 676 Hz, Q 26.6, Drive 29.9
  • Poly 8, Spread 17 %, Stack 2
  • LFO 1: Basic Shapes, Rate Sync/8, Shape 31.0, Osc Macro 2 7.8, Pan -50, Filter Freq -7.8, Intensity 7.8
  • LFO 2: Rect, Sync 1/16, Osc Macro 2 -19, Volume 81 
  • Delay: Ping Pong, Sync 3, Filter 791 Hz, Width 2.18, F. Mod 21%, D. Mod 16%
  • Reverb: Decay 7.15 s, Dry/Wet 21%, Hi Cut 543 Hz
  • Glue Compressor: Source Kick, Threshold -26.0 dB, Mix 49 %
  • EQ Eight: Band 1 Highpass, Freq 1.04 kHz

Fazit

Die Kombination aus vielen Wellenform-Engines, zahlreichen Filter-Typen, zweigleisiger Aufmachung und umfassender Mod-Matrix machen Meld zum regelrechten Alleskönner. Das übersichtliche und interaktive Layout ist schnell verstanden und die vielen Parameter bieten jede Menge Sweetspots, mit denen sich beliebig Sounds erschaffen und tweaken lassen. 

Es ist nicht nur möglich, sämtliche Sounds für einen vollwertigen Loop auf Grundlage des Synthesizers zu erschaffen, es macht vor allem auch noch Spaß! Für ein vollwertiges Arrangement würde ich vermutlich eher auf gezielte Automationen setzen und weniger die LFOs nutzen. Aber gerade weil Meld diese umfangreichen Modulationsmöglichkeiten bietet, wird man schnell inspiriert, welche Parameter automatisiert werden sollen.  

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