Bertelsmann macht Ernst mit seiner Musikstrategie. Der Gütersloher Medienkonzern fusioniert seine Musiksparte BMG mit dem US-amerikanischen Musikunternehmen Concord. Damit entsteht eines der größten Independent-Musikunternehmen der Welt.
Die Concord-Eigentümer bekommen von Bertelsmann eine Einmalzahlung von 1,16 Milliarden US-Dollar in bar (knapp eine Milliarde Euro). Der Gesamtwert des neu entstehenden Unternehmens wird mit 12,4 Milliarden Euro beziffert. Damit zählt die Transaktion zu den größten in der Geschichte Bertelsmanns. Künftig hält Bertelsmann 67 Prozent am gemeinsamen Unternehmen, der Vermögensverwalter Great Mountain Partners die verbleibenden 33 Prozent.
An der Spitze des neuen Unternehmens steht Concord-Chef Bob Valentine als CEO. Thomas Coesfeld, bisher CEO von BMG, übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats und wechselt im Januar 2027 als Vorstandsvorsitzender zu Bertelsmann. Der globale Hauptsitz des Musikunternehmens wird Nashville sein. Das europäische Hauptquartier bleibt in Berlin. Das Musikpublishing-Geschäft firmiert künftig unter dem Namen BMG Publishing, das Recorded-Music-Segment heißt Concord Records.
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Das neue Unternehmen soll mittelfristig einen operativen Gewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar erreichen, ausgehend von einer projizierten Basis von über 730 Millionen Dollar im Jahr 2026. BMG erzielte zuletzt im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 900 Millionen Euro mit einem operativen Gewinn von 284 Millionen Euro.
Inhaltlich vereint das fusionierte Unternehmen ein riesiges Künstler:innenportfolio, das weit über klassischen Pop und Rock hinausgeht. Zur BMG-Familie gehört etwa Jean-Michel Jarre, einer der Pioniere der elektronischen Musik. Dazu: Fatboy Slim und The Prodigy. Auf Concord-Seite finden sich die Rechte an Daft Punk. Außerdem hat Concord seit 2020 über drei Milliarden Dollar in Musikrechte investiert und betreut mehr als 125.000 Künstler:innen.
Für Bertelsmann bedeutet der Deal einen strategischen Meilenstein. Die Musiksparte wird zur vierten tragenden Säule des Konzerns, neben RTL, Penguin Random House und dem Logistikdienstleister Arvato. Konzernchef Thomas Rabe sieht darin die Vollendung einer 15 Jahre alten Vision: ein breit aufgestellter, geografisch diversifizierter Medienkonzern.
Der Abschluss der Transaktion wird nach Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwartet.