Für die Jugend in Österreich verliert die Clubkultur zunehmend an Bedeutung. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Jugendstudie des österreichischen Radiosenders Ö3, für die rund 13.500 junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren befragt wurden.
Über drei Viertel der Befragten (77 Prozent) gehen davon aus, dass Diskotheken und Clubs in den nächsten zehn Jahren an Relevanz verlieren werden. Gleichzeitig zeigt ein anderes Ergebnis der Studie, wohin das Interesse stattdessen wandert. 82 Prozent der Befragten glauben, dass Aktien und Fonds in den kommenden Jahren wichtiger werden.
Ein möglicher Beweggrund: Finanzielle Sicherheit hat für die Mehrzahl (70 Prozent) im Berufsleben oberste Priorität. Selbstverwirklichung gilt dagegen häufig als Privileg jener mit mehr Ressourcen. Anders gesagt: Wer sich Sorgen macht, ob das Geld am Monatsende reicht, setzt lieber auf den ETF-Sparplan als auf die Klubnacht.
Der Club stirbt, das Depot lebt
Der Hoffnung auf finanzielle Sicherheit steht für knapp die Hälfte aller Befragten die Sorge gegenüber, zukünftig "genug Geld zu haben". Außerdem sorgen sich viele um "leistbare Wohnungen" (31 Prozent) und "soziale Unruhe" (27 Prozent). Club- und Diskothekenbesuche rangieren in dieser Sorgenliste erwartungsgemäß nicht.
Im Job wollen 70 Prozent deswegen vor allem eines: den "Lebensunterhalt" sichern. Die sogenannte "Work-Life-Balance" sucht nur jede:r zweite. Wichtig hingegen: "ernst genommen werden" und ein "sicherer Arbeitsplatz". Viertagewoche und Homeoffice interessieren dafür die wenigsten. Die Gen Z will nicht weniger arbeiten. Sie will nur nicht umsonst arbeiten.
Treu aber Porno
Trotz allem Pragmatismus sieht sich der Großteil der Gen Z (89 Prozent) zukünftig in einer stabilen Partnerschaft. Der wichtigste Wert ist "Treue" (73 Prozent). Pornos gehören zur Beziehung für jede:n Vierte:n dazu. Die "große Liebe" ist jedenfalls nicht aus der Mode, nur der Weg dorthin führt offenbar seltener über den Clubbesuch.
Für die Studie befragte Ö3, das meist gehörte Radio des öffentlich-rechtlichen ORF, rund 13.500 junge Österreicherinnen und Österreicher zwischen 16 und 25 Jahren. Die Ergebnisse dürften aber kaum nur auf Österreich zutreffen. Die Sorgen, die Pragmatik, der Optimismus trotz allem dürften eher eine gesamte Generation abdecken.