Deutsche Musikindustrie 2025: Streaming-Wachstum verlangsamt sich – trotz 2,42 Milliarden Euro Umsatz

Deutsche Musikindustrie 2025: Streaming-Wachstum verlangsamt sich – trotz 2,42 Milliarden Euro Umsatz

News. 5. März 2026 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Benkeser

Der deutsche Musikmarkt wächst weiter, aber deutlich langsamer als in den Vorjahren. Streaming bleibt der dominierende Umsatztreiber, während das Geschäft mit physischen Tonträgern weiter schrumpft – und Vinyl zunehmend die CD verdrängt.

Die deutsche Musikindustrie hat im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 2,42 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in seiner aktuellen Jahresauswertung mitteilt. Damit ist der Markt zwar gewachsen. Allerdings fällt das Tempo im Vergleich zu 2024 deutlich geringer aus. Damals hatte das Wachstum noch 7,2 Prozent betragen.

Das Umsatzwachstum liegt außerdem nur minimal über der deutschen Inflationsrate von 2,2 Prozent im Jahr 2025. Damit ist der Musikmarkt kaum gewachsen. Das spiegelt auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld wider: Deutschlands BIP stieg 2025 um lediglich 0,2 Prozent – das erste Wachstum nach zwei aufeinanderfolgenden Rezessionsjahren.

Streaming knackt die Zwei-Milliarden-Marke

Der mit Abstand wichtigste Wachstumsmotor bleibt das Musik-Streaming. Die Streaming-Erlöse stiegen 2025 auf zwei Milliarden Euro. Sie machen damit allein 84,4 Prozent des gesamten Marktumsatzes aus. Zusammen mit Downloads und anderen digitalen Formaten entfällt auf den digitalen Bereich ein Anteil von 85,8 Prozent, was einem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro entspricht.

YouTube Musikstreaming
© Shutterstock / Tada Images

Dennoch ist die Dynamik spürbar geringer geworden. Das Streaming-Wachstum von 4,1 Prozent liegt weit unter den zweistelligen Zuwächsen früherer Jahre. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in anderen europäischen Märkten. In Großbritannien – dem drittgrößten Musikmarkt weltweit – wuchsen die Streaming-Abo-Einnahmen 2025 ebenfalls nur um 3,2 Prozent, was gerade mal der britischen Inflationsrate entsprach.

Physischer Markt verliert weiter – Vinyl holt auf

Das physische Geschäft entwickelt sich in Deutschland weiterhin rückläufig. Die Erlöse aus physischen Tonträgern sanken 2025 um 5,9 Prozent auf 345 Millionen Euro, was einem Marktanteil von 14,2 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 2015 generierten physische Formate noch über eine Milliarde Euro. Seither hat sich der Umsatz mehr als halbiert.

Besonders deutlich ist der Rückgang bei der CD: Die Erlöse fielen auf rund 175 Millionen Euro. Damit ist die CD zwar weiterhin das meistverkaufte physische Format, verliert aber stetig an Boden. Anders das Bild bei Vinyl: Das Schallplattenformat zeigt sich robust und verbucht ein Umsatzwachstum von 2,8 Prozent. Der Vinyl-Anteil am gesamten Tonträgerumsatz stieg auf 44,2 Prozent (2024: 40,5 Prozent) und am Gesamtmarkt auf 6,3 Prozent. Der Abstand zur CD schrumpft damit weiter.

Ein auffälliger Unterschied zeigt sich im Vergleich mit dem britischen Markt: In Großbritannien stiegen die physischen Erlöse 2025 stark, angetrieben von einemVinyl-Boom von 18,5 Prozent. Diesen Schwung gibt es in Deutschland nicht. Dennoch gilt der deutsche Markt weiterhin als viertgrößter der Welt. Umgerechnet in US-Dollar entspricht der Jahresumsatz rund 2,73 Milliarden Dollar.

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