Standalone-DJ-Systeme sind vor allem bei mobilen DJs beliebt. Die Geräte bieten idealerweise alles, was man zum Auflegen braucht, sodass sich der Transportaufwand verringert, ohne dass man auf etwas verzichten muss. Ob der Rane System One diese Anforderungen erfüllt und was er Besonderes bietet, haben wir für euch in einem Praxistest herausgefunden.
Quick Facts
- DJ-Standalone-System
- Motorisierte Plattenteller
- WLAN zur Nutzung von Streaminanbietern
- Vier Effektsektionen mit großer Auswahl
- Für mobile DJs und Performer
Inhalt
Rane System One – what’s in the box?
Mit Abmessungen von 73,66 x 40,3 x 14,47 cm und einem Gewicht von 13,33 kg ist der Rane System One ein recht ausladender Bolide. Das Gerät ist vorbildlich verarbeitet und verfügt über ein robustes Gehäuse aus Metall. Ein zentral verbauter 7-Zoll-Touchscreen dient zur Einblendung zahlreicher Informationen sowie zur Kontrolle von Funktionen und Einstellungen.
Unter der Haube arbeitet ein flotter 8-Kern-ARM-Prozessor mit vier Gigabyte RAM. Zwei leistungsstarke Motoren treiben die Plattenteller an, auf denen 7,2-Zoll große Vinylscheiben platziert werden. Zusätzliche Software-Kompatibilitäten zu Serato DJ und Algoriddim djay sind in Planung, waren aber zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar. Der Rane System One kostet 2.498 Euro.

Wie sind die Decks des System One ausgestattet?
Die großzügig dimensionierten Decks des Rane System One sind mit allem ausgestattet, was man zum Auflegen und kreativen Arbeiten braucht. Hier finden sich die Plattenteller mit dem typischen Dot-Muster sowie beleuchtete Start-/Stopp- und Cue-Tasten. Ergänzt werden diese durch Pitchfader mit langem Regelweg und Pitch-Bend- sowie Key-Adjust-Taster, mit dem sich die Tonart manuell anpassen lässt.
Mit dedizierten Bedienelementen können sich Features wie Loops, Beatjump, Reverse und Stems ebenfalls gezielt gesteuert werden. Pro Deck gibt es acht Performance Pads, die sich für Funktionen wie HotCue, Roll, Sampler und Stems nutzen lassen.

Was bietet die Mixer-Sektion des System One?
Die Mixer-Sektion des Rane System One ist praxisgerecht aufgebaut und verfügt über zwei gleich ausgestattete Kanalzüge. Hier finden sich kombinierte EQ-/Stems-Regler sowie Anpassungen für den Pegelhub. Zum Mixen stehen anpassbare Precision-Feel-Kanalfader und ein ebenfalls konfigurierbarer Mag-Four-Crossfader zur Verfügung.
Wer gerne mit Effekten arbeitet, findet gleich vier Sektionen dafür vor. In den Kanalzügen gibt es Sweep-FX-Regler, die sich unterhalb der EQs befinden und Effekte wie Filter, Noise, Wash, Reverb und Dub Echo kontrollieren.
In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Effektwippen der BPM FX. Diese bieten sechs vorab ausgewählte Effekte – Echo, Reverb, Recycle, Pitch Down, Rise und Echo Out – mit in Echtzeit anpassbaren Parametern. Die Vorauswahl lässt sich ändern, insgesamt stehen 26 verschiedene Effekte zur Auswahl.
Der System One bietet ebenfalls Kanal- und Crossfader-Effekte. Sie werden über einen dedizierten Taster aktiviert. Zur Auswahl stehen Fader Echo, Echo Down, Stutter Verb und Reverb Down.
Zu guter Letzt bietet das Gerät auch noch zehn verschiedene Touch FX, die sich durch Fingerfahrten auf dem Touchscreen steuern lassen. Neben verschiedenen Filtern stehen Effekte wie Flanger, Echo und Gate zur Verfügung.

Wozu dient das Touch-Display?
Das Touch-Display des Rane System One ist in die Mixer-Sektion integriert und befindet sich somit immer im zentralen Blickfeld des Nutzers. Über das Display können Mixhilfen wie Wellenformen, Geschwindigkeit, Tonart, Cue-Punkte usw. angezeigt werden. Darüber hinaus dient es dem Aufrufen von Funktionen und Konfiguration des Geräts.
Welche Anschlüsse und Schnittstellen hat das Gerät?
Die analogen Audioanschlüsse des Rane System One befinden sich auf der Rückseite. Für die Mastersignale stehen professionelle XLR- und ergänzend Cinch-Buchsen zur Verfügung, für die Monitorsignale Klinkenbuchsen.
Rane hat auf Kanaleingänge verzichtet, für Zuspieler gibt es lediglich einen einzelnen Aux-Eingang. Für Durchsagen oder Gesangseinlagen bietet das System One hingegen zwei Mikrofoneingänge inklusive EQ-Regelung, Talkover-Funktion (nur Mic 1) sowie Reverb- oder Echo-Effekt.
Darüber hinaus verfügt das Gerät über die drahtlosen Schnittstellen WLAN, um auf Streaming- und Clouddienste zuzugreifen, sowie Bluetooth, um Audio zu streamen oder aufzunehmen oder eine drahtlose Tastatur anzuschließen.
Der System One bietet USB-A- und USB-C-Ports, welche den Anschluss von USB-Medien, -Tastaturen und DMX-Interfaces in Kombination mit der Lichtsteuerung Engine Lightning ermöglichen. Darüber hinaus ist ein SD-Kartenslot sowie eine weitere USB-C-Buchse vorhanden, die die Kommunikation mit einem Computer ermöglicht.

Wie schlägt sich der Rane System One in der Praxis?
Zu Beginn unseres Praxistests montierten wir die Plattenteller und Vinyls und verkabelten die Boxen. Nach dem Hochfahren des Geräts und der Anmeldung an das drahtlose Netzwerk wurde eine Firmware-Aktualisierung auf die Engine-OS-Version 4.5 durchgeführt.
Der System One ist in der Lage, auf lokal gespeicherte Songs von USB-Sticks oder SD-Karten zuzugreifen. Um dies komfortabel zu gestalten, empfiehlt es sich, die Songs mit EngineDJ auf einem Computer zu analysieren und dabei neben der Ermittlung von Tempo und Tonart auch die Zerlegung in Stems zu initiieren und Playlisten anzulegen. Diese Schritte können grundsätzlich auch auf dem Rane-Gerät durchgeführt werden. Die Zerlegung in Stems ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht implementiert, aber bereits angekündigt.
Der Zugriff auf Streaming-Dienste wie Amazon Music, Apple Music, Tidal, Soundcloud, Beatport, Beatsource und dem Cloudspeicher Dropbox ist ebenfalls per WLAN und einem zuvor angelegten Benutzer-Account möglich.
Wird ein Streaminganbieter als Songquelle genutzt, so werden die Tracks unmittelbar vor der Wiedergabe heruntergeladen, um unerwünschte Unterbrechungen zu vermeiden. Leider steht dem Nutzer kein Offline-Cache mit vorab heruntergeladenen Songs zur Verfügung. Funktionen wie Stems oder das On-Board-Recording sind in diesem Fall nicht verfügbar.
Wie gut gelingt das Mixing mit dem System One?
Das Mixing mit dem Rane System One ist dank der großen Bedienelemente und des verzögerungsfrei reagierenden Displays praxisgerecht möglich. Nach nur wenigen Eingewöhnungsrunden landen die per Tap auf dem Screen selektierbaren Tracks zielsicher in den Decks und lassen sich dort mit den motorisierten Wheels sehr authentisch beatmatchen, scratchen etc.
Bei Bedarf kann das Gerät auf die individuelle Arbeitsweise angepasst werden. Im Einstellungsmenü lassen sich zahlreiche individuelle Anpassungen vornehmen, beispielsweise die Verriegelung der Decks, die Ausrichtung der Wellenformen, die Stärke der Motoren und vieles mehr.


Kann man mit dem System One kreativ auflegen?
Der System One bietet zahlreiche Optionen für kreatives Arbeiten. Neben den leicht gleitenden und konfigurierbaren Fadern sowie dem Crossfader, die sich in Kombination mit den motorgesteuerten Wheels für Mixtricks eignen, lassen sich perfekt quantisierte Loops setzen oder die Wiedergabe rückwärts starten.
Die bereits erwähnten Effekte können auf vielfältige Weise in ein DJ-Set eingestreut werden. Auch der Sampler mit selbst wählbaren Inhalten sowie die anderen Performance-Pad-Funktionen, deren Belegungen auf kleinen Displays eingeblendet werden, bieten ein großes Portfolio an Möglichkeiten. Wer gerne mit Stems arbeitet, kann diese über Taster in den Decks oder per Drehregler im Mixerbereich gezielt kontrollieren. Damit nicht genug: In den Systemeinstellungen findet sich auch eine Option zur Aktivierung von Ableton Link, mit der sich das Gerät mit externer Hardware (wie Drum Maschines oder Sampler) oder Software synchronisieren lässt.
Alternativen
Fazit
In unserem Praxistest hat der Rane System One überzeugt. Das robust ausgeführte Zweideck-System bietet auch ohne Computerkontakt alles, was man zum Auflegen braucht. Neben einer flexiblen Zuführung von Songs über Datenträger und Streamingdienste verfügt das Gerät über großzügig ausgestattete Decks mit motorgesteuerten Plattentellern. Ein großer Touchscreen erleichtert die Arbeit, blendet mixunterstützende Informationen ein und erlaubt zudem die Konfiguration.
Der System One kann für Basic-Mixing bis hin zu kreativen Performances genutzt werden. Neben einer umfassenden Effekt-Ausstattung bietet er auch eine Unterstützung für Stems und auch Lichtsteuerungen lassen sich integrieren. Obwohl zum Testzeitpunkt noch nicht alle Funktionen, wie die Onboard-Stems-Extraktion und die Kombination mit Serato DJ, zur Verfügung standen, können wir dem Gerät unsere Bestnote vergeben. Hier stimmt die gebotene Qualität, gepaart mit innovativen Features – Daumen hoch!
Pro
Solide Ausführung
Motorisierte Plattenteller für eine authentische Steuerung
WLAN für Streamingdienste
Sehr direkt reagierendes Touch-Display
Unterstützung für Stems
Viele Effekte
Kontra
nix!
Preis:
2.498 €
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Rane
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