Google treibt seine KI-Offensive im Musikbereich voran und führt mit Lyria 3 ein neues Musikmodell ein, das direkt in der Gemini-App zum Einsatz kommt. Der Konzern verspricht den Nutzern mehr kreative Kontrolle und den Künstlern stärkere Schutzmechanismen für ihre Rechte.
Google hat mit Lyria 3 die neueste Generation seines KI-Musikmodells vorgestellt. Laut einem Blogeintrag vom 18. Februar 2026 erfolgte die Entwicklung in enger "Zusammenarbeit mit der Musik-Community" und unter strenger Wahrung von Urheber- und Partnerrechten. Über das verwendete Trainingsmaterial äußerte sich Google nicht im Detail, versicherte jedoch, dass nur Inhalte genutzt würden, zu deren Einsatz YouTube und die Konzernmutter Google rechtlich befugt sind.
Google Lyria 3: Mehr KI-Musikalität und Wasserzeichen
Das KI-Musikmodell Lyria 3 von Google DeepMind erzeugt aus Texteingaben oder hochgeladenen Fotos und Videos 30 Sekunden lange 48-kHz-Stereo-Tracks. Dabei können Nutzer Parameter wie Genre, Stimmung oder persönliche Erinnerungen vorgeben (Link zur Anleitung). Gemini erstellt daraufhin automatisch einen vollständigen Titel mit Gesang, Text und Covermotiv. Im Vergleich zu den vorherigen Versionen bietet Lyria 3 eine erweiterte kreative Steuerung: Das Modell generiert eigenständig Liedtexte, ermöglicht gezielte Anpassungen von Stil, Stimme und Tempo und soll laut Google musikalisch komplexere und realistischere Ergebnisse liefern. Ein Ersatz für "echte" Musik soll es aber dennoch nicht sein.
Parallel dazu wird Lyria 3 in die KI-Musikfunktion "Dream Track” von YouTube integriert. Diese wurde 2023 ursprünglich mit Künstlerstimmen von u. a. Charlie Puth und T-Pain eingeführt und wird nun international nutzbar sein. Die neue Version konzentriert sich auf eigene Gesangs- und Instrumentalkreationen, ohne Künstler direkt zu imitieren.
Zum Schutz von Rechten setzt Google weiterhin auf die Wasserzeichen-Technologie SynthID, mit der KI-generierte Tracks markiert werden. Nutzer können zudem überprüfen, ob eine Audiodatei von Google AI stammt.
Insgesamt wird es natürlich schwierig sein, Googles Versprechungen – die zudem recht schwammig formuliert sind – zu überprüfen. Das Unternehmen räumt selbst ein, dass seine Vorgehensweise fehlerbehaftet sein kann. Nutzer haben daher die Möglichkeit, Verstöße zu melden. An dieser Stelle können wir nur hoffen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Denn klar ist, dass sich musikalische KI-Inhalte immer weiter verbreiten und vieles nachhaltig verändern werden.
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