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Mit einem massiven Aufgebot von rund 200 Beamten stürmte die Polizei den City Club Augsburg – und löste damit mehr Empörung als Ermittlungserfolge aus. Während die Behörden geringe Drogenfunde melden, werfen Gäste, Kulturschaffende und Politiker den Einsatzkräften ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen vor.
Bei im City Club Augsburg fand am Abend des 31. Januars 2026 eine groß angelegte Razzia statt. Bei dieser fand die Polizei zwar Drogen und nahm mehrere Personen fest, hinterließ dabei jedoch einen massiven Vertrauensschaden zwischen Behörden und der Kulturszene. Rund 200 Einsatzkräfte durchsuchten den Club und weitere Objekte, stellten nur geringe Mengen Betäubungsmittel sicher und nahmen 17 Personen fest, von denen 16 noch in derselben Nacht wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.
Razzia im City Club Augsburg
Zahlreiche Gäste berichteten der Augsburger Allgemeine zufolge von stundenlangen Kontrollen, körpernahen Durchsuchungen und einem teils entwürdigenden Vorgehen, einschließlich des Ablegens von Kleidung bei niedrigen Temperaturen. Anwohner und Beobachter kritisierten das martialische Auftreten der Beamten.
Auch politisch regt sich Widerstand: Laut Angaben der DAZ sehen Vertreter mehrerer Parteien in dem Einsatz eine Aktion, die mehr Einschüchterung als Gefahrenabwehr signalisiere. Das benachbarte "theter ensemble” wirft der Polizei zudem Sachbeschädigung und ein rechtswidriges Eindringen in seine Räume vor und prüft rechtliche Schritte.
Der City Club, seit Jahren ein zentraler Ort der queeren und elektronischen Szene Augsburgs, spricht auf seiner Website von einem überzogenen, unverhältnismäßigen und kulturfeindlichen Vorgehen. Die Staatsanwaltschaft verweist auf laufende Ermittlungen wegen mutmaßlichen Drogenhandels, liefert jedoch bislang keine nachvollziehbare Begründung für den massiven Personaleinsatz.
Mehr über den City Club Augsburg findet ihr in unserem Porträt aus dem vergangenen Sommer.
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