Der DJ-Ausrüster AlphaTheta erweitert sein Angebot an kreativen Tools und veröffentlicht mit dem Effektgerät RMX-Ignite einen Nachfolger des Pioneer DJ RMX-1000. Der Neuzugang verfügt über parallel nutzbare Effekte und einen Sample-Player, lässt sich in ein Pro-DJ-Link-Netzwerk einbinden und auf verschiedene Weise analog oder digital einschleifen. Was der RMX-Ignite darüber hinaus zu bieten hat und ob er auch deine Sets bereichern kann, klären wir in diesem Test.
Quick Facts
- DJ-Effektgerät
- 6 Lever & 6 Isolate FX
- Anschluss über USB-C (Multi I/O)
- Integrierter Sample-Player
- Für DJs und Live-Acts
AlphaTheta RMX-Ignite im Überblick
Der AlphaTheta RMX-Ignite ist der offizielle Nachfolger des 2012 veröffentlichten Pioneer DJ RMX-1000, der 2015 um eine gleichnamige App ergänzt wurde. Wie sein Vorgänger ist der Neuzugang als spezielles DJ-Effektgerät konzipiert und bietet einen direkten Zugriff auf alle Funktionen, um eine Echtzeitsteuerung zu ermöglichen.
AlphaThetas neues Kreativwerkzeug ist mit Maßen von 340 x 213 x 73 Millimetern recht groß dimensioniert. Die Verarbeitung des Geräts hat uns gut gefallen: Der verwendete Kunststoff sieht ansprechend aus und wirkt solide. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1.199 Euro.

Wie ist der RMX-Ignite aufgebaut?
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Der RMX-Ignite ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Im oberen Bereich des Effektgeräts befindet sich ein kleines Farbdisplay, das wichtige optische Hilfestellungen bietet und die Konfiguration des Geräts unterstützt. Zudem gibt es Navigationsregler und globale Bedienelemente zur Kontrolle der Synchronisation. Ein Timing-Regler für den Echo-Effekt bildet den Abschluss dieser Sektion.
In der Mitte des RMX-Ignite befinden sich die Bedienelemente der beiden frequenzspezifisch nutzbaren Haupt-Effektsektionen mit den Lever- und Isolate-FX. Die Lever FX werden über drei große Wippen gesteuert, die in der unteren Stellung einrasten und in der oberen Stellung gehalten werden müssen. Hier lassen sich die Effekte Echo, Reverb, Juggle, Reverse, Solo und Stretch auswählen.
Die darunter platzierten Isolate FX lassen sich mit großen Drehreglern kontrollieren. Zur Auswahl stehen die Effekte Tape Echo, Reverb, Drive, Filter, Delay und Rhythm. Pro Effektkategorie kann immer ein Effekt aktiviert werden. Eine gemeinsame Nutzung von Lever und Isolate FX ist möglich. Alle Effekte sind per Sub-Parameter-Regler anpassbar, um dynamische Soundänderungen vornehmen zu können.
Am rechten Rand des Effektgeräts befinden sich zudem ein Taster und ein Schieberegler, mit denen sich der Release-Echo-Effekt auslösen lässt.

Was kann der Sample Player?
Der Sample-Player des RMX-Ignite ist ab Werk mit 20 Samples ausgestattet. Diese sind im internen Speicher in fünf Bänken abgelegt. Der Großteil davon sind Roland-Drummaschine-Sounds, die den beliebten TR-909-, 808-, 707- und 606-Geräten entnommen wurden. Eigene Samples lassen sich ebenfalls nutzen. Wie gut das gelingt, schauen wir uns im Praxisteil näher an.
Zum direkten Abspielen der Sounds stehen vier gummierte Taster (ohne Anschlagdynamik) zur Verfügung, während ein globaler Regler die Lautstärke der Samples steuert. Die Samples lassen sich in Echtzeit triggern oder per Overdub-Funktion in einem Vier-Beat-Loop aufnehmen. Beides kann in Kombination mit der Funktion "Sample Roll” erfolgen, bei der zehn Taster mit unterschiedlichen Quantisierungen zur Verfügung stehen.
Optional lassen sich die Samples mit sechs eigenen Effekten modifizieren. Zur Auswahl stehen Echo, Space, Filter, Pitch, Decay und Swing. Eine Bearbeitung mit den Lever- und Isolate-FX ist ebenfalls möglich.
Welche Anschlüsse hat der RMX-Ignite?
Um den RMX-Ignite in ein DJ-Setup zu integrieren, stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Die klassische analoge Einbindung ist über unsymmetrische Klinkenbuchsen möglich. Hierzu gibt es ein Ein- und ein Ausgangspaar. Alternativ kann das Effektgerät auch digital in einen Effektweg integriert werden. Der Anschluss erfolgt hierbei über ein USB-C-Kabel und ist aktuell mit den Mixern Pioneer DJ DJM-A9, DJM-V10 und dem neuen DJM-V5 (hier für euch im Test) möglich.
Des Weiteren gibt es einen Netzwerkport, der die Nutzung von PRO-DJ-Link-Geräten erlaubt und die Synchronisation sowie den Zugriff auf Samples ermöglicht. Über einen USB-A-Anschluss können USB-Sticks genutzt werden, um Samples zu laden. Ein weiterer USB-C-Port ist für den Netzteilanschluss reserviert.

Der RMX-Ignite in der Praxis
Der AlphaTheta RMX-Ignite ist ein universell einsetzbares DJ-Effektgerät, das sich für verschiedene Setups eignet. So lässt sich das Gerät beispielsweise in die Send-/Return-Schleife eines kürzlich von uns getesteten Elara.4 MK2 (hier im Test) einschleifen oder direkt hinter den Masterausgang eines Mixers, sofern dieser über keine entsprechenden Routingmöglichkeiten verfügt. Alternativ ist auch eine Verkabelung zwischen einem Mediaplayer und dem Mischpulteingang möglich. Der entsprechende Modus muss per Schalter auf der Geräterückseite gewählt werden.
Die eleganteste Methode, um den RMX-Ignite zu verkabeln, ist die Nutzung der USB-C-Buchse. Über diese kann er direkt in den Multi-I/O-Eingang eines der oben erwähnten, kompatiblen Mixer eingeschleift werden.
Wenn ihr das Gerät zusammen mit weiterer AlphaTheta/Pioneer-DJ-Hardware nutzt, solltet ihr es in das PRO-DJ-Link-Netzwerk aufnehmen. Am einfachsten gelingt das mit einem zwischengeschalteten Switching Hub. So lassen sich Tempoinformationen direkt zwischen den Geräten austauschen, um Effekte und Songs sind perfekt zu synchronisieren.
Da das Effektgerät recht groß ist, empfiehlt sich zur praxisgerechten Platzierung die Nutzung eines passenden Ständers (hier in der Übersicht).
Synchronisation
Das Bedienkonzept des RMX-Ignite ist sehr einfach gehalten, sodass es nach einem kurzen Rundgang und spielerischem Ausprobieren problemlos für einen Gig genutzt werden kann. In unserem Praxistest haben wir das Gerät direkt hinter dem Ausgang eines Mediaplayers angeschlossen, um die automatische Geschwindigkeitsermittlung zu testen. Diese ermittelte das Tempo recht zuverlässig, sodass ein passgenauer Einsatz möglich war.
Die korrekte Geschwindigkeit ist essentiell, damit tempobasierte Effekte, Loops und per Roll getriggerte Sounds aus dem Sample-Player praxisgerecht genutzt werden können. Im Display des RMX-Ignite wird zudem ein Phasen-Meter eingeblendet, mit dem sich der Taktstart und die Beats optisch überwachen lassen. Sollte es hier zu Abweichungen kommen, lassen sich Korrekturen mittels dedizierter Taster manuell vornehmen.
Effekte im Einsatz
Das Bedienkonzept des RMX-Ignite ist sehr einfach gehalten, sodass es nach einem kurzen Rundgang und spielerischem Ausprobieren problemlos für einen Gig genutzt werden kann. In unserem Praxistest haben wir das Gerät direkt hinter dem Ausgang eines Mediaplayers angeschlossen, um die automatische Geschwindigkeitsermittlung zu testen. Diese ermittelte das Tempo recht zuverlässig, sodass ein passgenauer Einsatz möglich war.
Die korrekte Geschwindigkeit ist essentiell, damit tempobasierte Effekte, Loops und per Roll getriggerte Sounds aus dem Sample-Player praxisgerecht genutzt werden können. Im Display des RMX-Ignite wird zudem ein Phasen-Meter eingeblendet, mit dem sich der Taktstart und die Beats optisch überwachen lassen. Sollte es hier zu Abweichungen kommen, lassen sich Korrekturen mittels dedizierter Taster manuell vornehmen.
Samples on Top
Mithilfe des Sample-Players können DJ-Sets mit Rolls und Fills ausgeschmückt werden. Das funktioniert bei synchronisiertem Gerät sehr gut: Manuell, in Kombination mit Sample Roll oder als aufgenommener Loop. Die integrierten Samples haben eine gute Klangqualität und eignen sich vor allem für Dance-Tracks. Wer eigene Sounds verwenden möchte, nutzt das kostenlose Tool "Sample Manager", das für macOS und Windows verfügbar ist. Das recht einfach gehaltene Werkzeug erlaubt die Zusammenstellung von Sample-Bänken per Drag & Drop. Hier können One-Shot- und Loop-Samples von der Festplatte des Computers platziert und rudimentär angepasst werden. So lassen sich die Start- und Endpositionen sowie die Lautstärke der Samples bestimmen. Letzteres ist essenziell, da am Gerät selbst nur eine gemeinsame Anpassung der Lautstärke möglich ist. Die Übertragung erfolgt mittels USB-Stick.
Alternativen
Fazit
Der AlphaTheta RMX-Ignite ist ein würdiger Nachfolger des in die Jahre gekommenen RMX-1000: Das DJ-Effektgerät bietet eine gute Auswahl an Effekten – von Standards wie Echo, Delay und Filter bis hin zu etwas experimentelleren Vertretern wie Rhythm und Juggle. Besonders gut gefallen haben uns die Kontrolle der Effekte mit den großen Wippen und Drehreglern sowie die Möglichkeit, Effekte aus zwei Kategorien (Lever und Isolate) zu kombinieren. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die gezielte, frequenzspezifische Aktivierung, da so passgenaue Modifikationen möglich sind.
Zusätzliches kreatives Potenzial bietet der Sample Player, der ab Werk solide Drumsounds von Roland-Klassikern bietet und sich einfach um eigenes Soundmaterial erweitern lässt.
Alles in allem ist der AlphaTheta RMX-Ignite ein einfach zu bedienendes Effektgerät, das eine kreative Bereicherung für ein Live-Set darstellt. Wer gerne viel mit Effekten experimentiert, findet hier ein Gerät, das aufgrund des Workflows eine sinnvolle Ergänzung zu Mixereffekten sein kann.
Pro
Sehr einfache Bedienung
Gute Effektauswahl
Große, komfortable Bedienelemente
Anschluss per USB-C möglich
Kreativer Sample-Player
Kontra
Sample-Lautstärke nur gemeinsam regelbar
Keine Anschlagdynamik
Preis:
1.199 Euro
Weitere Informationen gibt es auf der Website von AlphaTheta.
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